Wussten Sie schon …

… dass Zeitarbeitnehmer auch bei „Nichteinsatz“ bezahlt werden?

Das haben die Sozialpartner, also die Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit und die DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit, gemeinsam in den Tarifverträgen für die Branche so festgelegt. Danach erhalten Zeitarbeitnehmer bei Urlaub und Krankheit, aber eben auch in Zeiten ohne Einsatz bei einem Kundenunternehmen, eine sogenannte verstetigte Vergütung. Das heißt, Zeitarbeitskräfte wissen immer, mit wie viel Geld sie rechnen können – egal, ob sie ein paar Tage krank sind, Urlaub machen oder das Zeitarbeitsunternehmen keinen Kundeneinsatz für sie hat.

Diese Regelung gilt immer dann, wenn Zeitarbeitsunternehmen einen Tarifvertrag für die Branche anwenden. Und das ist zu fast 100 Prozent der Fall, denn die Zeitarbeit ist einer der Wirtschaftszweige mit der höchsten Tarifbindung (ausschließlich DGB-Tarifwerke). Der Tarifvertrag bildet die Grundlage für das Arbeitsverhältnis des Zeitarbeitnehmers – und regelt neben der Arbeitszeit, dem Urlaubsanspruch und anderem mehr auch die Bezahlung.

Ein Rechtsanspruch auf Lohnzahlung bei Nichteinsatz besteht für Zeitarbeitnehmer übrigens auch per Gesetz. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) legt fest, dass Zeitarbeitskräfte in Nichteinsatzzeiten Anspruch auf den Mindestlohn der Branche haben. Der heißt offiziell Lohnuntergrenze und beträgt aktuell 9,249 Euro im Westen und 9,27 Euro im Osten. Im Gegensatz zu den Tarifverträgen der Zeitarbeit fallen bei der gesetzlichen Regelung allerdings höhere Löhne, zum Beispiel durch Branchenzuschläge oder die Einstufung in eine höhere Entgeltgruppe, bei der Bezahlung von Nichteinsatzzeiten weg. Die Tarifverträge für die Zeitarbeit stellen Zeitarbeitnehmer also bei Nichteinsatz deutlich besser als das Gesetz.

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Der BAP stellt mit einer neuen Publikation die Rahmenbedingungen für Zeitarbeit in den EU-Mitgliedsstaaten vor.