Wussten Sie schon …

… dass es in der Zeitarbeit einen eigenen, allgemeinverbindlichen Mindestlohn gibt?

Dieser spezielle Mindestlohn für Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer ist im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) festgeschrieben und heißt offiziell Lohnuntergrenze. Er beträgt momentan 9,23 Euro im Westen Deutschlands sowie 8,91 Euro im Osten und liegt damit über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 €. Bis zum 1. Oktober 2019 wird der Zeitarbeitsmindestlohn in Stufen auf 9,96 Euro in den alten Bundesländern und auf 9,66 Euro in den neuen Bundesländern angehoben.

Vereinbart wurde die Lohnuntergrenze auf der einen Seite von der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit, der alle acht Einzelgewerkschaften des DGB angehören, und auf der anderen Seite von der Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ), die aus den beiden Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ besteht. Dazu schlossen die Sozialpartner einen „Tarifvertrag zur Regelung von Mindeststundenentgelten in der Zeitarbeit“ ab und beantragten die Allgemeinverbindlichkeit der darin vereinbarten Mindestlöhne. Allgemeinverbindlich erklärt wird die Lohnuntergrenze für die Zeitarbeit durch die Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Das ist zum ersten Mal zum Januar 2012 geschehen, also deutlich bevor es in Deutschland überhaupt einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gab. Inzwischen gilt schon die „Dritte Verordnung über eine Lohnuntergrenze in der Arbeitnehmerüberlassung“, die von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am 26. Mai 2017 erlassen worden und bis 31. Dezember 2019 gültig ist. Mit der Verordnung der Ministerin gelten die Mindestlöhne für alle Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer, die in Deutschland tätig sind. Diese Allgemeinverbindlichkeit sorgt dafür, dass auch ausländische Zeitarbeitsunternehmen die Lohnuntergrenze einhalten müssen, wenn sie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bundesrepublik einsetzen.

Übrigens: Im Zeitraum von Januar 2012 bis Oktober 2019 wird der Mindestlohn in der Zeitarbeit um 26,24 Prozent im Westen und sogar um 37,80 Prozent im Osten steigen. Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn ist dagegen zum 1. Januar 2017 „nur“ um 4,0 Prozent angehoben worden.

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Der BAP stellt mit einer neuen Publikation die Rahmenbedingungen für Zeitarbeit in den EU-Mitgliedsstaaten vor.