07.12.2017 | Thomas Hetz zu dem aktuellen Gesundheitsreport der Barmer und den Krankenständen in der Zeitarbeit

Thomas Hetz, Foto: Sandra Wildemann

Laut einer Auswertung der Barmer Krankenkasse lagen die Krankenstände 2015 „bei Arbeitnehmern in Leiharbeit sowie in befristeten Beschäftigungsverhältnissen“ über dem Durchschnitt, wie das „Hamburger Abendblatt“ in dem Artikel „Leiharbeit und befristete Jobs machen krank“ gestern berichtete. Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), erklärt dazu:

„Wie die Barmer selbst in ihrem Report erklärt, sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen in der Zeitarbeit ‘auf ein allgemein vergleichsweise belastendes Tätigkeitsspektrum von Arbeitnehmern in Leiharbeit und damit nicht ausschließlich auf den Leiharbeiter-Status an sich zurückzuführen‘. Es ist mehr als bedauerlich, dass die Ergebnisse von Studien immer wieder dramatisiert und überzeichnet werden und so auf Kosten der Zeitarbeit Schlagzeilen produziert werden. Dabei wird die Zeitarbeit mal wieder als Prügelknabe des deutschen Arbeitsmarktes dargestellt. So entsteht ein Bild unserer Branche, das längst überholt und von vorgestern ist.

Es ließen sich im Übrigen beliebig andere Branchen oder Berufsgruppen herausgreifen. So liegt nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln der Krankenstand in der Öffentlichen Verwaltung im Jahr 2015 mit 18,6 Fehltagen beispielsweise über dem bundesweiten Durchschnitt von 17,3 Tagen. Es ist nicht akzeptabel, dass ein so wichtiger Wirtschaftszweig wie die Zeitarbeit, der Arbeitgeber für tausende Mitarbeiter in Deutschland ist, immer dann skandalisiert wird, wenn es um Aufmerksamkeit geht.“

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