25 Jahre nach Wiedervereinigung immer noch unterschiedliche Arbeitsmarktlage in Ost und West

Die Einkommen in den sogenannten neuen Bundesländern sind „deutlich niedriger“, aber die Arbeitslosigkeit ist dafür „deutlich höher“. „Die schwierigen Startbedingungen Ostdeutschlands wirken noch immer nach“. Das ist die Bilanz, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) 25 Jahre nach der Wiedervereinigung für die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Ost- und Westdeutschland zieht.

Lange Zeit lag die Arbeitslosigkeit im Osten doppelt so hoch wie im Westen. Inzwischen habe eine gewisse Annäherung stattgefunden, denn aktuell läge der Faktor bei dem 1,5fachen, wie es auf der Website des IAB heißt. Dagegen glichen sich Produktivität und Durchschnittseinkommen seit der Jahrtausendwende kaum noch an. Der Lohnunterschied beispielsweise betrage rund 20 Prozent.

Verantwortlich für diese Differenz machen die IAB die „niedrigere Produktivität und die hohe regionale Arbeitslosigkeit“ in Ostdeutschland, die die Lohnentwicklung begrenzt habe. Die Produktivität, die zu DDR-Zeiten bei einem Drittel des Westniveaus gelegen habe, erreiche heute zwar rund drei Viertel des westdeutschen Stands. Doch immer noch bestünden bei der ostdeutschen Wirtschaft strukturelle Nachteile. „Ostdeutschland hat nur einen relativ kleinen Industriesektor und vergleichsweise wenige wirtschaftlich erfolgreiche Großunternehmen. Es gibt ein Defizit an wissensintensiven Unternehmensdienstleistungen sowie an Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der Wirtschaft. [...] Da Unternehmenszentralen und Entwicklungsabteilungen überwiegend im Westen zu finden sind, sind auch die Patentanmeldungen und die Arbeitsplätze für überdurchschnittlich gut qualifizierte Beschäftigte im Westen zahlreicher.“

Ansatzpunkte, Ostdeutschland weiter an das Niveau im Westen heranzuführen, sehen die IAB-Forscher insbesondere bei der „Technologiepolitik, mit der gezielt Innovationen gefördert werden sollten“, und in einer internationalen Öffnung zu den schnell wachsenden Volkswirtschaften in Osteuropa. Hier könne Berlin eine ähnliche Rolle übernehmen „wie einst Singapur für die Märkte Südostasiens“.

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Doris Droste
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