Thementag Personalvermittlung

Der Thementag Personalvermittlung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) stellte mit drei spannenden Vorträgen über die Arbeitswelt im Wandel und die digitalen Herausforderungen die aktuellen Entwicklungen und Chancen der Personalvermittlung in den Vordergrund.

v.l. n. rechts hintere Reihe: Teresa Komeyer-Schmitt, PARLA GmbH, Prof. Dr. Lutz Heuser, Urban Software Institute, Raymond Homo, VBPV-Vorsitzender, Oliver Maassen, PAWLIK Consultants GmbH, Julia Große-Wilde, BAP-Geschäftsführerin; v.l.n.r.: Volker Enkerts, BAP-Präsident, Jürgen Kluin, Berater, und Heinz Ostermann, stv. Vorsitzender des VBPV. Fotograf: Thomas Rosenthal

Ob demografischer Wandel, Arbeiten 4.0 oder die Integration von Flüchtlingen – diese Themen beherrschen aktuell Medien, Politik und Gesellschaft. Auf dem „Thementag Personalvermittlung“ – organisiert vom Verbandsbereich Personalvermittlung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) – standen die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen für Branche und Arbeitsmarkt im Mittelpunkt der Vorträge. Raymond Homo, Vorsitzender des Verbandsbereichs Personalvermittlung, begrüßte die rund 80 Gäste im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin. Moderatorin Teresa Komeyer-Schmitt stellte die Referenten und ihre Themen vor und führte durch die Veranstaltung.

Jürgen Kluin, Mitglied im Anerkennungsbeirat der Bundesagentur für Arbeit (BA), ging in seinem Vortrag auf die strategischen Chancen der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) für Personaldienstleister ein. Er stellte drei Fachbereiche in der AZAV vor, die für Personaldienstleister relevant seien: Aktivierung und Eingliederung, Private Arbeitsvermittlung  und Berufliche Bildung. „Die meisten Träger lassen sich nur für den Bereich Private Arbeitsvermittlung zu, nicht auch noch für die anderen Bereiche“, sagte Kluin. Die aktuelle Diskussion zu AZAV betone den Aufwand, nicht die Chancen. „Die Chancen sind vielfältig, egal ob es um das individuelle Einzelcoaching oder die Facharbeiterausbildung geht“, so der Beirats-Experte. „Personaldienstleistung ist nicht nur das Vermitteln von geeignetem Personal, sie muss auch das geeignete Personal hervorbringen. Wie sie das macht, ist dem Kunden erst einmal egal. Das Alleinstellungsmerkmal, einen Personalentwicklungsprozess zu beherrschen und die Instrumente dafür anbieten zu können, ist nach meiner festen Überzeugung nachhaltiger als das Alleinstellungsmerkmal günstiger Kostenverrechnungssätze“, sagte Kluin weiter. Personaldienstleister mit einer ganzheitlichen Lösung seien im Endeffekt weniger austauschbar als andere.

Der Geschäftsführer der PAWLIK Consultants GmbH Oliver Maassen gab mit seinem Vortrag einen spannenden Einblick in das Thema „New Work“. Im Mittelpunkt stünde der Mensch. Wie sich der Faktor Mensch auf die Unternehmen und den Arbeitsmarkt auswirke, dazu hatte der Experte einige Überlegungen parat: Der Fachkräfteengpass sei die Herausforderung für die Unternehmen und damit auch für die Personaldienstleister. Größten Einfluss auf die Neugestaltung der Arbeitswelt hätten folgende 4 „D“-Trends: Digitalisierung, Demokratisierung, Determinierung und Demografie. „Ganze Berufsbilder werden digital“, erklärte Maassen. „Information und Bewerbung erfolgen zunehmend über Smart Phones und Tablets.“ Damit ginge eine Entpersonalisierung der Rekrutierung einher. Das Lernen verändere sich: Lernen 5.0 bedeute für Personaldienstleister neue Betätigungsfelder. Die Transparenz der Märkte durch neue Portale wie „Tripadvisor“ erfordere neue Strategien. Internetportale wie „kununu“ hätten vermehrt Einfluss auf die Arbeitgeberattraktivität und damit den Wettbewerb um die Talente. Emotionale Bindung der Mitarbeiter werde immer wichtiger. Neue Generationen wie Generation Y oder Z seien nachgewachsen: „Sicherheit wird für die jüngeren Arbeitnehmer deutlich weniger eine Rolle spielen als es für die jetzigen Generationen noch ist“, prognostizierte Maassen weiter. Für die jüngeren Zielgruppen stünde nicht mehr die Sicherheit durch ein lebenslanges Arbeitsverhältnis im Vordergrund, sondern die Sinnerfüllung durch die Tätigkeit. Personaldienstleister, die Brücken schlagen können zwischen den Generationen, werden einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben.

Aufbauend auf den Ausführungen von Oliver Maassen schilderte Prof. Dr. Lutz Heuser, Geschäftsführer des Urban Software Institute, in seinem Vortrag die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung der Dienstleistungen. „Die Digitalisierung bringt neue und hochwertige Berufsbilder hervor, die weltweit nachgefragt sind, das ist die gute Nachricht“, sagte Heuser. „Wir sehen Veränderungen in den Berufsbildern. Eigentlich jeder wird zu einem ‚Information Worker‘, dies sind wir auch bereits zuhause.“ Das Weltwissen sei auf Knopfdruck verfügbar. „Das heißt, wenn ich Maschinenführer bin, und meine Maschine scheint etwas anders zu machen als sonst, dann muss ich jetzt und sofort das beste Wissen vom besten Experten – egal wo in der Welt – bekommen, der mir in dieser Sekunde weiterhilft“, erläuterte Heuser. Bezogen auf die Arbeit regt die Globalisierung den virtuellen Arbeitsmarkt an. Die Arbeitskräfte seien weltweit verfügbar, aber es gelte kein globaler Standard. Unternehmensstrukturen und folglich die Beschäftigungsverhältnisse würden dynamischer werden, und veränderten sich stetig.

„Die Vorträge auf dem diesjährigen Thementag Personalvermittlung haben die Herausforderungen und Chancen für die Personalvermittlung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Ob demografischer Wandel, die Auswirkungen digitalisierter Dienstleistungen bis hin zur veränderten Ansprache der neuen Generationen Y und Z – unsere Branche steht vor großen Herausforderungen. Die heute vorgestellten neuen Ansätze und Impulse zeigen uns Wege, wie wir diese meistern werden“, fasst Julia Große-Wilde, BAP-Geschäftsführerin, die Ergebnisse des Tages zusammen.

Die Besucher des Thementags diskutierten im Anschluss angeregt über die Vorträge und tauschten sich beim anschließenden Get-together aus.

Der Verbandsbereich Personalvermittlung (VBPV) des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) entstand aus der Integration des Bundesverbandes Personalvermittlung (BPV) in den BAP. Mit dem VBPV existiert ein Netzwerk zur Bündelung der Interessen der Branche unter dem Dach des BAP. Der jährliche „Thementag Personalvermittlung“ stellt aktuelle Themen und Trends in den Mittelpunkt.


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Doris Droste
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