„Praxistest Zeitarbeit“: Paradebeispiel für gelebte Integration.

Bundestagsabgeordneter Carl-Julius Cronenberg informiert sich bei BAP-Mitgliedsunternehmen über Zeitarbeit.

D. Gierse, C.-J. Cronenberg MdB, D. Schulte, M. Ludwig, A, Shama, M. Tesch (v.l.) / Foto: START.NRW

Im Rahmen der vom Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) initiierten Aktion „Praxistest Zeitarbeit“ besuchte Carl-Julius Cronenberg MdB, FDP, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag, das BAP-Mitgliedsunternehmen START NRW GmbH. Geschäftsführer Markus Tesch und David Gierse, Niederlassungsleiter START NRW Meschede, empfingen Cronenberg in der Mescheder Niederlassung der Personaldienstleisters. An der Diskussion nahmen zudem auch zwei Vertreter der lokalen Wirtschaft teil: Dirk Schulte von Auto Technik Schulte und Marko Ludwig von Autofit Marko Ludwig GmbH & Co. Beide Betriebe bilden in Zusammenarbeit mit START NRW Geflüchtete aus.

Integration stand im Mittelpunkt des Gesprächs

Einer von ihnen ist Ahmed Shama. Er lebt seit 2015 in Deutschland und begann 2017 ein einjähriges Praktikum bei der Firma Autofit in Meschede. Inhaber und Geschäftsführer Marko Ludwig war schnell begeistert von der Arbeit des 26-jährigen Syrers und schaffte mithilfe von Start NRW eine zusätzliche Ausbildungsstelle für Shama. In den dreieinhalb Jahren der Ausbildung erlernt Ahmed Shama nun das Handwerk, für das er sich begeistert. Auch seine sprachlichen Kenntnisse verbessert Shama durch die ihm zugetragenen Aufgaben jeden Tag. „Inzwischen schreibe ich alle Werkstattaufträge selbst. Am Anfang konnten die Kollegen im Büro meine Ausdrucksweise nicht verstehen und mussten viel nachfragen, aber jetzt wird es immer besser“, erzählt er vor Ort. Gespannt verfolgte Cronenberg die Geschichte des jungen Syrers. Seine Geschichte sei ein Paradebeispiel für gelebte Integration, freute sich der Politiker mit und für den Auszubildenden: „Schön, dass hier mit den Kfz-Betrieben starke Partner gefunden wurden, die bereit sind, neue Wege zu gehen.“

Auch Dirk Schulte ist bereits vor einigen Jahren mit seiner Werkstatt in die Integration von Geflüchteten eingestiegen: Schulte beschäftigt nun schon seit einiger Zeit erfolgreich Masoud Moradi, einen 52-jährigen Geflüchteten aus dem Iran. Zudem bildet er aktuell gemeinsam mit START NRW Ahmad Alsafi, einen 23-jährigen Geflüchteten aus Syrien, aus. Aus seiner Erfahrung weiß er: „Befasst man sich einmal genauer mit der ganzen Thematik, sieht man viele Dinge anders und eventuelle Vorurteile stellen sich als völlig falsch heraus. Wir profitieren durch die Zusammenarbeit mit den beiden auf sehr vielen Ebenen.“

Die Runde diskutierte nicht nur über konkrete Fallbeispiele, sondern auch über die allgemeine Lage am Standort Meschede. Niederlassungsleiter Gierse erzählt: „Wir sind in unserer Region in der glücklichen Lage, dass die Arbeitslosigkeit gegen null strebt. Das ist für die Beschäftigten gut, für uns natürlich schwierig, da wir viele Anfragen aus den Unternehmen nicht bedienen können. In Zusammenarbeit mit dem JobCenter hier in Meschede erarbeiten wir jedoch stets neue Projekte und Ideen. Ich denke, wir sind wirklich gut aufgestellt und können sowohl Unternehmen in der Region als auch Arbeitsuchenden neue Perspektiven eröffnen.“

Weitere Beispiele für die gelungene Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt durch BAP-Mitgliedsunternehmen finden Sie auf der Webseite https://www.integrationsdienstleister.de/.

Gesetzliche Branchenregelungen wurden erörtert

Daneben wurde auch über gesetzliche Regelungen, wie die aktuellen Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, gesprochen. „Die neue Regelung stellt uns vor neue Herausforderungen, auf die wir uns einstellen müssen, um weiterhin ein guter und flexibler Dienstleistungspartner zu bleiben“, erzählt Tesch. Der FDP-Politiker Cronenberg bewertet die neuen Gesetzesänderungen ernst: „Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ist so, wie es aktuell gelebt werden muss, nicht gut.“

Die rege Diskussion kam bei allen Beteiligten gut an. „Es ist wichtig, Standpunkte und Blickwinkel immer wieder auszutauschen und zu teilen. Allein auf diese Weise haben wir alle die Chance, auch zukünftig erfolgreich zu arbeiten und unserem Auftrag gerecht zu werden. Daher freue ich mich über Herrn Cronenbergs Angebot, das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt fortzuführen“, beschloss Niederlassungsleiter David Gierse zufrieden den Termin.

Über die BAP-Aktion „Praxistest Zeitarbeit“

Wie funktioniert Zeitarbeit in der Praxis, wie arbeiten Zeitarbeitskräfte und was wird sich daran durch die letzte Gesetzesreform ändern? Um Politikern direkte Antworten auf diese und andere Fragen zu liefern, hat der BAP im Jahr 2015 die Initiative „Praxistest Zeitarbeit“ ins Leben gerufen. Das Interesse von Seiten der Politik, sich vor Ort die Praxis der Zeitarbeit näher anzuschauen, ist groß: Zahlreiche Politiker unterschiedlichster Parteien nutzen die Gelegenheit, mit Zeitarbeits- und Kundenunternehmen sowie Zeitarbeitnehmern ins Gespräch zu kommen.

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