Podiumsdiskussion der Branchenkampagne in Köln: „Weniger Bildungsverlierer, mehr hoch spezialisierte Fachkräfte“

Wie wichtig Zeitarbeit ist, brachte Birgitt Kasper, Bereichsleiterin bei der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, gleich zu Beginn der BAP-Podiumsdiskussion auf den Punkt: „Oft ist sie die einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit. Dies gilt besonders für Arbeitnehmer, die schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, und für Berufsanfänger.“ 170 Gäste waren zur Veranstaltung der BAP-Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ in die Mercedes-Benz-Welt in Köln gekommen. Doch diesmal standen nicht die neuesten Fahrzeugmodelle im Scheinwerferlicht, sondern das Thema Zukunft der Arbeitswelt.

An die einführende Präsentation des Zukunftsforschers Matthias Horx schloss sich die Podiumsdiskussion mit dem Thema „Standort Rheinland: Wie profitieren Unternehmen, Gesellschaft und Arbeitsmarkt vom Wirtschaftsfaktor Zeitarbeit?“ an. Gleich am Anfang stellte der Moderator, BAP-Kommunikationsleiter Michael Wehran, die Frage nach den Auswirkungen der Hartz IV-Reformen – die schließlich erst den großen Boom der Zeitarbeit ausgelöst haben. Für Horx ist dies eine Erfolgsgeschichte – und genau deswegen finde sich darüber kaum etwas in den Talkshows und Medien, konnte sich der ehemalige Journalist einen Seitenhieb auf die Ex-Kollegen nicht verkneifen. Nach dem Aufschwung – mit einem großen Anteil bei Geringqualifizierten – sei es nun aber an der Zeit für den nächsten Schritt: Horx stellte die Forderung nach mehr „Aufwärtsmobilität“ – und sah vor allem dort die Chancen für die Zeitarbeit von morgen. Künftig ginge es darum, weniger Bildungsverlierer zu produzieren: „Denn je besser gebildet, desto gefragter am Arbeitsmarkt“ lautete einer seiner Thesen.

Das Thema Mobilität mit all seinen Facetten zog sich als roter Faden durch den Abend in der Mercedes-Benz Welt. So berichtete Christian Günther, kaufmännischer Angestellter bei Intersnack, über seinen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Der gebürtige Thüringer war längere Zeit auf Arbeitssuche und kam der Liebe wegen nach Köln. „Meine ersten Erfahrungen mit Zeitarbeit habe ich in Köln gesammelt. Ich war zuerst skeptisch, aber eine Arbeit in Köln zu finden gestaltete sich schwierig, deshalb wählte ich den Weg über die Zeitarbeit. Durch mein Zeitarbeitsunternehmen wurde ich an meine jetzige Firma vermittelt und bin dort nach kurzer Zeit übernommen worden“, fasste Günther zusammen. „Für mich hat sich Zeitarbeit bewährt.“

Sogar der Vertreter der Gewerkschaft, Dr. Witich Roßmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Köln-Leverkusen, des drittgrößten IG-Metallbezirks in Deutschland, äußerte sich lobend zur Zeitarbeit: „Zeitarbeit hat seinen Platz, wenn es darum geht, Auftragsspitzen abzufedern.“ Ideal wäre es für jeden Arbeitnehmer, zu jeder Zeit freiwillig seinen Arbeitsplatz wählen zu können.

Wie würde sich die Situation für Unternehmen darstellen, wenn es keine Zeitarbeit gäbe? Michael Hinz, Personalleiter der TECTRION GmbH, einer Ausgründung der Bayer AG, äußerte sich eindeutig zu dieser Frage: „Unser Unternehmen müsste sich aus einzelnen Berei-chen zurückziehen. Denn unser Geschäft ist zu 15 bis 20 Prozent projektgetrieben, dies bewältigen wir nur mit Hilfe unserer Zeitarbeitnehmer, die hoch spezialisierte Fachkräfte sind.“ Seine Prognose lautete, dass sich künftig Unternehmen noch stärker spezialisieren müssen, um zu bestehen. Das führe zu einem steigenden Bedarf an spezialisierten Arbeitskräften. Diese würden jetzt schon oftmals besser als die Stammbelegschaft bezahlt. In seinem Berufsalltag erlebe er immer öfter, dass hoch spezialisierte Fachkräfte gar keine Festanstellung mehr wollen.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass der Arbeitnehmer der Zukunft in vielerlei Hinsicht mobil sein muss, um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Je höher die Qualifikation, desto größere Chancen auf eine bessere Zukunft. Um dies zu erreichen, ist Zeitarbeit ein wichtiges Instrument.

Videos von der Veranstaltung finden Sie hier. Es folgen noch drei weitere regionale Events des BAP und der Kampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ in Frankfurt (Main), Stuttgart und Hamburg.

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Tobias Hintersatz
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