IAB: Seit Einführung des Mindestlohns – kaum Entlassungen, mehr Preiserhöhungen

Den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge entließen Betriebe seit Einführung des Mindestlohns bislang nur wenige Mitarbeiter. Die betroffenen Unternehmen reagierten auf diese in der Regel mit der Erhöhung von Absatzpreisen und der Rückstellung von Investitionen – je nachdem „in welchem Umfang die Mindestlohneinführung zu einer Kostensteigerung geführt hat“. Für die Umfrage zog das IAB Daten des IAB-Betriebspanels für 2015 heran – „einer repräsentativen Befragung von mehr als 16.000 Betrieben“.

Die Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 zeigt bislang weniger negative Auswirkungen als befürchtet. Wie das IAB mitteilt, reduzierten im Jahr 2015 10,4 Prozent der vom Mindestlohn betroffenen Unternehmen die Zahl der Neueinstellungen und nur 4,7 Prozent machten von Entlassungen ihrer Mitarbeiter Gebrauch. Nach Angaben des Instituts betrafen diese hauptsächlich Minijobs, die zum größten Teil in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt wurden. Den Ergebnissen des IAB-Betriebspanels zufolge wurden Entlassungen hauptsächlich in der Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, bei den Sonstigen Dienstleistungen und im Gastgewerbe vorgenommen. „Zurückhaltung bei Einstellungen wurde nicht nur im Gastgewerbe relativ oft praktiziert, sondern auch in der Land- und Forstwirtschaft mit 14,2 Prozent, im Einzelhandel mit 11 Prozent, in der Branche Verkehr und Lagerei mit 10,2 Prozent und wiederum bei den Sonstigen Dienstleistungen mit 20,6 Prozent“, schreiben die IAB-Forscher weiter.

Außerdem setzten im vergangenen Jahr 18 Prozent der betroffenen Unternehmen zur Reduzierung der gestiegenen Kosten auf alternative Beschäftigungsanpassungen wie verkürzte Arbeitszeiten bei Mitarbeitern oder „Arbeitsverdichtung“, so das IAB. Gleichzeitig kamen in Betrieben vereinzelt flexible Beschäftigungsformen wie Befristungen und Zeitarbeit zum Einsatz. Diese nutzen 2015 jedoch lediglich 2,8 Prozent der für die Befragung herangezogenen Betriebe. „Um die durch den Mindestlohn gestiegenen Lohnkosten auszugleichen“, nahmen dem Institut zufolge zudem rund 18 Prozent der Betriebe Anpassungen bei den Absatzpreisen vor. Investitionen zurückgestellt oder reduziert haben 6,2 Prozent der befragten Unternehmen.

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Tobias Hintersatz
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