Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Zeitarbeit stagniert

Die Bundesagentur für Arbeit hat neue Zahlen zur Zeitarbeit veröffentlicht. Darin zeigt sich, dass das Gesamtjahr 2013 für die Branche von Stagnation gekennzeichnet war. Im Jahresdurchschnitt waren 838.820 Personen in der Zeitarbeit beschäftigt. Nach wie vor konstant rekrutiert die Branche knapp zwei Drittel ihrer Beschäftigten aus den Arbeitsuchenden und bietet damit konkrete Perspektiven.

BAP-Präsident Volker Enkerts.

„Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeitnehmer und Verleihbetriebe“ heißt die Statistiksammlung der Bundesagentur für Arbeit (BA), die neue Zahlen zur Zeitarbeit in Deutschland liefert. Damit liegen für die Branche offizielle Daten bis zum 31. Dezember 2013 vor. Den Zahlen zufolge gab es 2013 im Jahresdurchschnitt 838.820 Zeitarbeitnehmer in der Bundesrepublik – damit ist das vergangene Jahr für die Branche letztlich von Stagnation gekennzeichnet. Zwar weist das Jahr 2012 einen höheren Jahresdurchschnitt von Beschäftigten in der Zeitarbeit aus. Allerdings ist dieser Jahreswert noch sehr geprägt von der ungewöhnlich hohen Dynamik des ersten Halbjahres 2012, als die Nachwirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise überwunden waren und die Nachfrage nach Personal in den Betrieben wieder dementsprechend stark anstieg.
 

„Sicherlich hat auch das im Jahr 2013 schwierige konjunkturelle Umfeld zu diesem Ergebnis beigetragen“, kommentiert Volker Enkerts, Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), die Entwicklungen in der Branche. „Die Zeitarbeit hat damit die aktuell zu beobachtende Stagnation des Gesamtarbeitsmarktes vorweggenommen. Darüber hinaus haben wir aber auch eine gewisse Zurückhaltung und Verunsicherung bei den Kundenunternehmen feststellen müssen, was die Nachfrage nach Zeitarbeitnehmern anging“, sagt Enkerts. „Die Kunden haben sich gefragt – und tun dies immer noch –, wie es konkret weitergeht mit der Zeitarbeit, nachdem die Regierungsparteien neue Regulierungen für die Branche im Koalitionsvertrag festgeschrieben haben.“  

Eine Rolle beim Zustandekommen der neuesten Zahlen der BA spielten aber auch Weiterentwicklungen innerhalb der Branche, so der BAP-Präsident weiter. Denn die überdurchschnittlichen tariflichen Lohnerhöhungen der letzten Jahre sowie die Einführung und Etablierung der Branchenzuschlagstarifverträge hätten Zeitarbeit für Kunden teurer werden lassen. „Zeitarbeit ist längst keine Branche mit niedrigen Löhnen mehr“, sagt Enkerts. „Und das schlägt sich im Preis nieder – den hat eine gute Dienstleistung, wie sie unsere Branche bietet, nun einmal.“

Die BA hat in ihrer Statistik noch andere Aspekte der Zeitarbeit beleuchtet: Den Daten zufolge waren knapp zwei Drittel (65 Prozent) aller Beschäftigten in der Zeitarbeit vorher ohne Arbeit – 8 Prozent sogar länger als ein Jahr, 12 Prozent hatten noch überhaupt keine Berufserfahrung vorzuweisen. Damit gibt die Zeitarbeit Menschen, die es ansonsten schwer auf dem Arbeitsmarkt haben, eine Chance – ein Befund, der der Branche durch die BA-Statistik seit Jahren immer wieder ausgestellt wird. „Ich kann nur davor warnen, die Zeitarbeit durch neue Regelungen immer weiter einzuschränken“, betont Enkerts abschließend. „Wir sind es, die gerade auch Gering- und Nichtqualifizierten die Möglichkeit geben, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und in ein geregeltes Leben zurückzufinden. Wir sind es aber auch, die jungen Leuten Perspektiven eröffnen und sie Berufserfahrungen sammeln lassen. Wer weiter Einschränkungen für die Zeitarbeit fordert, der setzt all das leichtfertig aufs Spiel.“

Über den BAP:

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 2.000 Mitglieder mit über 4.800 Personaldienstleistungsbetrieben organisiert. Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

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