ISWA-Politikseminar 2017: BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz spricht zur Entwicklung der Zeitarbeit

BAP-Hauptgeschäftführer Thomas Hetz auf dem ISWA-Politikseminar 2017.

Fotos: BAP

Ab dem 1. April 2017 treten die Gesetzesänderungen in der Arbeitnehmerüberlassung in Kraft. Auf Einladung des Instituts für Sozial- und Wirtschaftspolitische Ausbildung e. V. (ISWA) diskutierten ausgewählte Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunft der Zeitarbeit im Berliner Hilton Hotel. Die mehrtägige Veranstaltung wurde von Dr. Reinhard Göhner, Vorsitzenden des Vorstands im ISWA, geleitet. Die Branche der Zeitarbeit vertrat Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP).

In seinem Vortrag „Die Zukunft der Zeitarbeit – Wo stehen wir in zwei bis fünf Jahren“ gab der BAP-Hauptgeschäftsführer einen Ausblick darauf, welchen Einfluss die anstehenden Gesetzesänderungen auf die Branche der Zeitarbeit in Deutschland haben werden. Hetz ging dabei zunächst auf die vergangenen Jahrzehnte ein, in denen sich Regulierungs- und Deregulierungsmaßnahmen abwechselten. „Im Zuge dieser Veränderungen wurde der Anteil der Zeitarbeitnehmer jedoch stets isoliert betrachtet und die Rahmenbedingungen, die den Gesamtarbeitsmarkt beeinflussten, außer Acht gelassen“, kritisierte Hetz. Allerdings existiere eine enge Verbindung zwischen der konjunkturellen Entwicklung der deutschen Wirtschaft und der Entwicklung in der Zeitarbeit, sodass diese nicht losgelöst voneinander zu betrachten sind. Dem BAP-Hauptgeschäftsführer zufolge wird „die Rekrutierung neuer Mitarbeiter eines der zentralen Themen in der Zeitarbeit werden und damit auch Qualifizierungsmaßnahmen an Bedeutung gewinnen“. Die Digitalisierung habe demnach bereits heute Einfluss auf Rekrutierungsprozesse in der Branche, beispielsweise unterstützen „Teilautomatisierungen interne Prozesse wie die Optimierung von Stellenausschreibungen und die Analyse von Bewerbungen“, erläuterte Hetz.

Langfristig werden sich jedoch auch durch die Globalisierung Auswirkungen auf die Zeitarbeit ergeben, insbesondere in den exportorientierten Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie oder in der Logistik. „Sollten die USA mit der Einführung einer Exportsteuer den Welthandel ins Stocken bringen, hätte dies definitiv Auswirkungen auf den deutschen Export und somit auch auf die Nachfrage in der Zeitarbeit“, ist sich Hetz sicher. Abzuwarten bleibe zudem, was eine mögliche Regierungsbildung nach der Bundestagswahl unter einem Bundeskanzler Martin Schulz für die Zeitarbeit bringen wird. Gleichzeitig werde auch der demographische Wandel und der Fachkräftemangel in der Branche zu spüren sein, da bereits heute Arbeitskräfte in einzelnen Regionen fehlten. Laut Hetz wird sich auch erst in einigen Jahren zeigen, wie die Integration von Geflüchteten in den deutschen Arbeitsmarkt und in der Zeitarbeit gelingen wird.

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Gesa Kok
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