Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes stößt auf Kritik

Der am Donnerstag vom Paritätischen Wohlfahrtsverband veröffentlichte Armutsbericht stößt auf Kritik bei Medien und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): Stein des Anstoßes ist die Behauptung, dass immer mehr Menschen in Deutschland trotz des anhaltend hohen Wirtschaftswachstums von Armut bedroht seien. Die Armutsquote sei im Jahr 2013 auf einen neuen Höchststand geklettert, betroffen seien 12,5 Millionen Menschen.

Die „Berliner Zeitung“ weist in ihrer heutigen Ausgabe auf die „Schwäche der Berechnung“ beim Armutsbericht hin. Wörtlich heißt es: „Die Schwäche dieser Berechnung wird durch einen Vergleich im EU-Raum deutlich: Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat liegt die Armutsquote im reichsten Land der EU, in Luxemburg, nur um 0,2 Prozentpunkte niedriger als in Deutschland, aber fast doppelt so hoch wie in Tschechien, wo nur 8,6 Prozent der Bevölkerung als armutsgefährdet gelten. Dabei ist der Lebensstandard in Tschechien viel niedriger als in Luxemburg.“ Zu welchen absurden Ergebnissen die dem Armutsbericht zugrundeliegende Berechnung führen könnte, bringt die Zeitung mit dem Satz auf den Punkt: „Rein statistisch wird der Multimillionär in einem Land der Milliardäre zum Sozialfall.“

Die BDA erklärte, die Umverteilung zugunsten ärmerer Bevölkerungsgruppen sei in Deutschland „längst Realität“, die oberen 25 Prozent der Steuerpflichtigen zahlten mehr als drei Viertel der Lohn- und Einkommensteuer. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: „Im Unterschied zu vielen anderen Ländern liegt die Einkommensungleichheit in Deutschland derzeit sogar niedriger als zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts.“ Der Verband weist auf den jüngsten OECD-Bericht hin, wonach in Deutschland gerade einmal drei Prozent der Bevölkerung von Erwerbsarmut bedroht seien. Dies sei der niedrigste Wert aller OECD-Länder. „Das größte Risiko für Armut ist Arbeitslosigkeit. Umso wichtiger sind flexible Beschäftigungsformen, um wertvolle Chancen auf den Einstieg in Arbeit zu sichern“, betont die BDA. Fast drei Viertel aller zunächst befristet Beschäftigten erhielten einen Anschlussvertrag. Dabei sei der Anteil der Übernahmen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis deutlich von 30 Prozent im Jahr 2009 auf 37 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Die BDA kritisiert auch, dass der Wohlfahrtsverband den Eindruck erweckt, als sei Zeitarbeit in Deutschland ein Massenphänomen: „[...] ihr Anteil an der Erwerbstätigkeit liegt in Deutschland bei lediglich zwei Prozent. Im ersten Halbjahr 2013 waren fast zwei Drittel der neu eingestellten Zeitarbeitnehmer zuvor ohne Beschäftigung“, so die BDA.

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Tobias Hintersatz
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