„Dialog vor Ort“ in Nürnberg: Personaldienstleister bringen Vielfalt ins Unternehmen

Fachkräfte werden knapp. Das ist die eine Seite. Die andere: Es gibt viele Menschen ohne qualifizierten Berufsabschluss und mit anderen sogenannten Vermittlungshemmnissen. Dieses Potential für den Arbeitsmarkt zu erschließen, ist eine zunehmend wichtigere Funktion von Personaldienstleistern. Beim „Dialog vor Ort“, zu dem der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister am 17. Juli in das DB Museum nach Nürnberg eingeladen hatte, informierten sich über 90 Unternehmer und Personaler aus der Region über wertschöpfende Personalarbeit.

17. Juli 2014, "Dialog vor Ort" in Nürnberg. Bild oben: Personalexperte Thomas Sattelberger beim Vortrag. Bild unten: Podiumsdiskussion, v. l. n. r.: Thomas Sattelberger, Prof. Dr. Ricarda Bouncken (Universität Bayreuth), Kai Waldbauer (Leiter Personal und Soziales Bolta Werke GmbH), Stephan Giesbert (BAP-Vorstandsmitglied und Geschäftsführender Gesellschafter Fürst Personaldienstleistungen GmbH), Moderatorin Barbara Sommerhoff. Fotos: Foto.Fengler

Was macht gute Personalarbeit aus? Wie schafft sie Mehrwert für das Unternehmen und wie zeigt sie ihre Leistungsstärken? In einem faktenreichen und temperamentvoll vorgetragenen Impulsreferat auf dem „Dialog vor Ort“ in Nürnberg des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) gab Thomas Sattelberger den Anwesenden darauf Antworten. Vielfalt in der Belegschaft, mehr Flexibilität in der Ausbildung, Personaler mit betriebswirtschaftlichem Know-how und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das mehr ist als „ein bisschen Rückenschule und Betriebssport“, lauteten einige dieser Antworten, die der langjährige Personalvorstand großer DAX-Konzerne vortrug.

Personaler müssten langfristig denken. Sie sollten der Unternehmensleitung Partner in Strategiediskussionen sein, so Sattelberger. Eine Rolle, die gerade für mittelständische Betriebe auch Personaldienstleister übernehmen. Als Seismographen des Arbeitsmarktes spüren sie frühzeitig Veränderungen wie die des Fachkräftemangels. Und sie schaffen Lösungen. Ältere Mitarbeiter oder Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund werden von Unternehmen eher akzeptiert, wenn sie zunächst als Zeitarbeitnehmer in diesen Betrieben eingesetzt werden. „Das unternehmerische Risiko tragen ja wir, die Personaldienstleister“, sagte Stephan Giesbert, Vorstandsmitglied im BAP und Geschäftsführender Gesellschafter der Fürst Personaldienstleistungen GmbH, in der anschließenden Diskussion. Wenn die Zusammenarbeit klappt, werden die Zeitarbeitnehmer übernommen. „Bei vielen anderen Unternehmen hätten die meisten von ihnen keine Chance, überhaupt zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden“, so Giesbert. Auf diese Art und Weise bringen Personaldienstleister Vielfalt in ihre Kundenunternehmen.

Die geplante weitere Regulierung der Zeitarbeit durch die Politik sieht die deutsche Wirtschaft mit Sorge. Gerade für mittelständische Betriebe wird es schwieriger werden, ihre personellen Engpässe zu überbrücken, wenn das Flexibilitätsinstrument Zeitarbeit zu stark eingeschränkt wird. Das gilt insbesondere, wenn Zeitarbeitnehmer für anspruchsvolle Aufgaben eingesetzt werden. „Und diese Projekte dauern nun einmal länger als 18 Monate“, erklärte Giesbert. Wenn die zulässige Verweildauer von Zeitarbeitnehmern im Kundenunternehmen auf eineinhalb Jahre begrenzt werden würde, hätte das nicht nur für die Zeitarbeitsbranche selbst Folgen. Auch für den in Deutschland so wichtigen Mittelstand und die großen Unternehmen gäbe es Folgeeffekte, wenn langfristig angesetzte Projekte oder Elternzeitvertretungen nicht mehr durch Zeitarbeit abgedeckt werden könnten. Die deutsche Wirtschaft wäre weniger flexibel und würde deshalb auf den globalisierten Märkten an Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.

Die BAP-Veranstaltungsreihe „Dialog vor Ort“ geht weiter: Die nächsten Stationen sind Hannover, Berlin, Köln, Frankfurt/M. und Dresden.

Über den BAP:

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e. V. (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland. Im BAP sind ca. 2.000 Mitglieder mit über 4.800 Personaldienstleistungsbetrieben organisiert. Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

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Tobias Hintersatz
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