Bundestagswahl 2013: Politiker diskutieren auf Einladung des BAP in Görlitz

Im Wahlkreis Görlitz debattierten Politiker von CDU, SPD, FDP und Die Linke mit einem BAP-Vorstandsmitglied über den Arbeitsmarkt.

30. Juli 2013, BAP-Diskussionsveranstaltung in Görlitz zum Thema Arbeitsmarkt und Zeitarbeit im Wahlkreis Görlitz. Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Mirko Schultze (Die Linke), Thomas Jurk (SPD), Moderator Jo Fechner, Michael Kretschmer (CDU), Daniel Breutmann (FDP), Uwe Schickor (Vorstandsmitglied des BAP). Foto: Jens Kirchschläger

Am 30. Juli diskutierten Bundestagskandidaten, Regionalpolitiker und Vertreter der Zeitarbeitsbranche über den Arbeitsmarkt. Es war die vierte Veranstaltung der Reihe „Zwischen Sicherheit und Flexibilität“ – diesmal am Beispiel des Arbeitsmarktes im Wahlkreis Görlitz. Eingeladen hatte der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP). Julia Große-Wilde, BAP-Geschäftsführerin, begrüßte Michael Kretschmer, MdB (Generalsekretär der CDU Sachsen), Thomas Jurk, MdL (SPD, Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit a. D.), Mirko Schultze (Die Linke, Stadt- und Kreisrat Görlitz), Daniel Breutmann (FDP-Bundestagskandidat) und Uwe Schickor (Vorstandsmitglied des BAP) auf dem Podium.

Zum Auftakt der Veranstaltung hielt der Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ein Impulsreferat. Er ging auf die Besonderheiten flexibler Arbeitsmarktinstrumente wie Teilzeit, Befristung oder Zeitarbeit ein und stellte sie in Beziehung zu Veränderungen auf dem deut-schen Arbeitsmarkt. So seien Arbeitslosigkeit reduziert und neue Stellen geschaffen worden. Gleichzeitig sei kein Rückgang bei sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung zu verzeichnen.

Der Arbeitsmarkt in der Region Görlitz zeige auf diesem Gebiet kaum Besonderheiten, so Schäfer weiter. Wie im Bund seien etwa 70 Prozent aller Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig und gut die Hälfte in Vollzeit beschäftigt. Darüber hinaus arbeiteten in Görlitz geringfügig mehr Menschen als Mini-Jobber (12 Prozent zu 9 Prozent) oder Selbstständige (13 Prozent zu 11 Prozent) als im Bundesdurchschnitt.

Zeitarbeit als Einstiegsinstrument

Mirko Schultze von der Partei Die Linke eröffnete die Diskussion zum Thema Zeitarbeit mit einem für seine Partei überraschend positiven Statement: Die Situation der Zeitarbeitsbranche habe sich in den vergangenen Jahren gebessert. Er schränkte jedoch ein: „Viele Arbeitnehmer sind in regulären Arbeitsverhältnissen besser aufgehoben.“ Uwe Schickor stellte daraufhin die rhetorische Frage, welcher Aspekt an Zeitarbeit nicht regulär sei – die Branche biete in der Regel Vollzeitbeschäftigung und alle üblichen Leistungen wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Thomas Jurk sah in der Zeitarbeit vor allem ein Einstiegsinstrument in den Arbeitsmarkt – weshalb die Überlassungsdauer laut Jurk auf maximal 12 Monate begrenzt werden solle. Michael Kretschmer sprach sich dafür aus, keinen flächendeckenden, gesetzlich festgelegten Mindestlohn einzuführen. Schließlich sei die Tarifautonomie ein hohes zu schützendes Gut.

Mobilität und Fachkräftemangel

In Bezug auf den regionalen Arbeitsmarkt gingen die Meinungen auseinander. Mirko Schultze betonte, dass viele Arbeitnehmer in der Region Görlitz keine Arbeit fänden und deshalb Angeboten aus anderen Bundesländern folgten. Ein Zuhörer wandte ein, dass es doch viel besser sei, flexibel Jobangebote in anderen Ländern entgegenzunehmen, anstatt im Heimatwahlkreis nur auf Angebote zu warten. Daniel Breutmann hob hervor, gerade hier liege die Stärke der Zeitarbeitsbranche. Denn Zeitarbeit motiviere Arbeitnehmer, sich auch Arbeitsmärkten in anderen Regionen zu stellen – und sich so Flexibilität und Mobilität anzueignen.

Ein weiterer Aspekt, den Uwe Schickor in die Debatte einbrachte, war der Fachkräftemangel. Viele Stellen könnten nicht besetzt werden aus Mangel an geeigneten Bewerbern, so Schickor. Für Abhilfe könnte hier – neben dem Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland – auch die Weiterqualifizierung sorgen. Mithilfe von Schulungsmaßnahmen, auch in Rücksprache mit der Bundesagentur für Arbeit, könne es gelingen, Arbeitnehmer für Mangelberufe zu qualifizieren.

Die Podiumsdiskussion im Schlesischen Museum zu Görlitz fand im Rahmen der Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ statt. Zuvor debattierte man bereits in den Wahlkreisen Harburg, Erlangen und Odenwald. Bis zur Bundestagswahl finden weitere Diskussionen in Olpe, Schwäbisch Hall, Hildesheim, Bayreuth und in Freiburg statt.

Über den BAP

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland mit mehr als 4.800 Personaldienstleistungsbetrieben. Nähere Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

Über „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“

2011 hat der BAP die Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, über Leistungen und Potenziale der Zeitarbeit zu informieren. Mehr Informationen zur Kampagne sind zu finden unter: www.einstieg-aufstieg-wachstum.de.

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Doris Droste
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