Bundestagswahl 2013: Direktkandidaten diskutieren in Erlangen über Zeitarbeit

Veranstaltungsreihe des BAP im Vorfeld der Bundestagswahl im Wahlkreis Erlangen mit Politikern von CDU/CSU, FDP und SPD fortgesetzt.

 

22. Juli 2013, BAP-Diskussionsveranstaltung in Erlangen zum Thema Arbeitsmarkt und Zeitarbeit im Wahlkreis Erlangen. Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Michael Székely (FDP), Martina Stamm-Fibich (SPD), Moderator Jo Fechner, Ingrid Hofmann (I. K. Hofmann) und Stefan Müller, MdB (CSU). Foto: Günter Meier

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zwischen Sicherheit und Flexibilität“ diskutierten am 22. Juli Bundestags-Direktkandidaten des Wahlkreises Erlangen auf Einladung des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP) über den regionalen Arbeitsmarkt und die Bedeutung der Zeitarbeit. Die Diskussion war die zweite Veranstaltung in einer Reihe von regionalen Podiumsdiskussionen im Vorfeld der Bundestagswahl. Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des BAP, begrüßte MdB Stefan Müller von der CSU, die Siemens-Betriebsrätin Martina Stamm-Fibich von der SPD, den Arbeitsrechtler Michael Székely, FDP, und Ingrid Hofmann, Geschäftsführerin des Personaldienstleisters I. K. Hofmann GmbH zu einer Diskussionsrunde, bei der auch Gäste aus dem Publikum – ihre Wünsche direkt an die Vertreter aus der Politik richteten.

Arbeitsmarkt und Zeitarbeit in Erlangen

Einig waren sich die Podiumsgäste über die generelle Situation am Arbeitsmarkt Erlangen: Mit lediglich vier Prozent weise dieser eine sehr geringe Arbeitslosenquote auf – der Anteil an Zeitarbeitnehmern sei mit rund fünf Prozent hingegen vergleichsweise hoch. Dies liege vor allem an der exportorientierten Industrie in der Region, sagten die Teilnehmer. Stefan Müller betonte, dass die guten Arbeitsmarktda-ten auch ein Verdienst der Zeitarbeit seien, diese habe ihren Anteil an der Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt. Allgemein gesehen, müsse man aus seiner Sicht, zurzeit an der Zeitarbeit gesetzlich nichts ändern. Martina Stamm-Fibich kritisierte, dass Zeitarbeitnehmer oft nicht vom so genannten Klebeeffekt profitieren würden, teilweise sehr lange in der Zeitarbeit verblieben und ihre Beschäftigung oft befristet sei. „Grundsätzlich habe ich nichts gegen Zeitarbeit, denn zur Überwindung von Spitzen ist diese sehr gut.“ Michael Székely und Ingrid Hofmann erwiderten, dass ein Großteil der Beschäftigung in der Zeitarbeit unbefristet sei und Nachteile für Mitarbeiter mit befristeten Verträgen kein typisches Problem der Zeitarbeitsbranche seien. Michael Székely sagte: „Die Zeitarbeit ist mit den Branchenzuschlägen auf einem guten Weg. Sie  ist bereits viel weiter, nämlich dort, wo andere Branchen mit dem Thema Mindestlohn erst noch hin wollen.“

Aus- und Weiterbildung

Intensiv wurde über das Thema Aus- und Weiterbildung von Zeitarbeitnehmern diskutiert. Ingrid Hofmann sieht in diesem Bereich eine große Herausforderung für die gesamte Branche. „Wir stellen uns dem Thema“, sagte sie. Ein Problem sei, dass Zeitarbeitsunternehmen die Aus- und Weiterbildungen von Zeitarbeitnehmern finanzieren, davon jedoch  nicht  profitieren, weil Verrechnungssätze möglicherweise  nicht entsprechend  erhöht werden können oder die Mitarbeiter das Unternehmen anschließend verlassen. Martina Stamm-Fibich sah beim Thema Aus- und Weiterbildungen die Möglichkeit, Zeitarbeitnehmer und Stammbelegschaften weiter aneinander anzugleichen. Dafür müssten Weiterbildungsangebote für Zeitarbeitnehmer jedoch allgemeiner sein und nicht immer nur auf den folgenden Kunden-einsatz abzielen. Hier sah Stefan Müller auch die Kundenunternehmen der Zeitarbeit in der Pflicht. „Die Unternehmen müssen darauf achten, nicht nur Stammbelegschaften, sondern auch Zeitarbeitnehmer weiterzubilden“, sagte der MdB.

Die Veranstaltung im Hotel Bayerischer Hof Erlangen fand im Rahmen der BAP-Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum“ statt. In den kommenden Wochen diskutieren in diesem Rahmen auch Direktkandidaten aus den Wahlkreisen Odenwald (Dieburg), Görlitz, Olpe, Freiburg, Schwäbisch Hall, Hildesheim und Bayreuth miteinander. Zuvor haben bereits Direktkandidaten des Wahlkreises Harburg miteinander diskutiert.

Über den BAP

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland mit mehr als 4.800 Personaldienstleistungsbetrieben. Nähere Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

Über „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“

2011 hat der BAP die Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, über Leistungen und Potenziale der Zeitarbeit zu informieren. Mehr Informationen zur Kampagne sind zu finden unter: www.einstieg-aufstieg-wachstum.de.

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Doris Droste
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