Bundestagswahl 2013: BAP organisiert politische Diskussion in Olpe

Im Wahlkreis Olpe – Märkischer Kreis I diskutieren Bundestagskandidaten von CDU, SPD und FDP gemeinsam mit einem Vertreter des Arbeitgeberverbandes Olpe und BAP-Vizepräsidenten Wilhelm Oberste-Beulmann über den regionalen Arbeitsmarkt.

13. August 2013: BAP-Diskussionsveranstaltung in Olpe zum Thema Arbeitsmarkt und Zeitarbeit in der Region. Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Dr. Matthias Heider, MdB (CDU), Johannes Vogel, MdB (FDP), Moderator Jo Fechner, Petra Crone, MdB (SPD), Stephan Stracke (Arbeitgeberverband für den Kreis Olpe e.V.) und Wilhelm Oberste-Beulmann (Vizepräsident des BAP). Foto: Hanne Malat

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zwischen Sicherheit und Flexibilität“ des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) debattierten am 13. August Bundestagskandidaten aus Olpe, ein Vertreter der regionalen Wirtschaft und ein Vertreter der Zeitarbeitsbranche über den Arbeitsmarkt der Region. Der Einladung zu einer weiteren Veranstaltung dieser Reihe im Rahmen der Bundestagswahl folgten Dr. Matthias Heider, MdB (CDU), Petra Crone, MdB (SPD), Johannes Vogel, MdB (FDP) und Stephan Stracke (Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands für den Kreis Olpe e.V.). Auch auf dem Podium: Wilhelm Oberste-Beulmann, Vizepräsident des BAP. Die Teilnehmer und Gäste wurden vom Hauptgeschäftsführer des BAP, Thomas Hetz, begrüßt.  

Der Arbeitsmarktexperte Dr. Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) leitete mit einem Vortrag in das Thema ein. Er sagte, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt seit 2005 – mit Wirken der Agenda-Reformen – positiv entwickelt habe. Auch gegenwärtig zeige er sich gegenüber Krisen robust. Diese Entwicklung gehe allerdings nicht mit einer zunehmenden Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen einher, wie es oft in der Öffentlichkeit dargestellt werde. „Zeitarbeit wird nicht als Instrument benutzt, um Stammbelegschaften zu verdrängen“, so Stettes. Auch nicht feststellbar sei ein Anstieg von befristeten Arbeitsverhältnissen.

Charakter der Zeitarbeit im Fokus

Wilhelm Oberste-Beulmann stellte zu Beginn der Diskussion fest: „In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften ist Zeitarbeit seit Jahren tariflich festgesetzt. Lohndumping ist für die Branche folglich kein Thema. Im Gegenteil, mit den Branchenzuschlägen ist die Branche auf der Schiene zum Equal Pay." Petra Crone betonte, dass Zeitarbeit in ihren Augen eine wichtige Funktion als Flexibilitätspuffer erfülle, jedoch auch zu „Unruhe“ in Unternehmen führen könne, da Zeitarbeitnehmer und Stammmitarbeiter unterschiedlich bezahlt würden und unterschiedliche Rechte hätten. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Johannes Vogel erwiderte, dass es sich bei Zeitarbeit um voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handele und Mitarbeitern über Tarifverträge alle gängigen Rechte zustehen würden. Vogel warnte auch vor Verallgemeinerungen beim Thema Zeitarbeit: In der Vergangenheit habe es durchaus Missbrauch gegeben. Dies seien jedoch Einzelfälle gewesen – und diese „darf man keinesfalls für die gesamte Zeitarbeit geltend machen“, so Vogel. Dr. Matthias Heider meinte, Zeitarbeit habe nach der Krise wieder neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Der regionale Arbeitsmarktexperte Stephan Stracke betonte, dass Unternehmen auf Zeitarbeit angewiesen seien, um effektiv arbeiten und liefern zu können. „Ohne Zeitarbeit würden wir vom Markt verdrängt“, sagte Stracke.

Fachkräftemangel in der Region

Bei der Diskussion ging es auch ganz konkret um den Zustand des Arbeitsmarktes in der Region. Laut Stephan Stracke stellt der Fachkräftemangel ein großes Problem der Region Olpe in den kommenden Jahren dar. Bereits heute seien rund 50.000 Beschäftigte etwa 45 Jahre alt und gingen bis zum Jahr 2030 in den Ruhestand. Zudem sei der Anteil an erwerbstätigen Frauen in Olpe mit lediglich 48 Prozent relativ gering. Daher sei es wichtig, vorhandene Arbeitnehmerpotenziale zu sichern, damit Unternehmen nicht abwandern würden. Auch Petra Crone beobachtete: „Olpe schrumpft. Arbeit muss flexibler werden und mehr Möglichkeiten für Familien bieten.“ Dr. Matthias Heider sagte, dass sich auch Arbeitnehmer mental zukünftig mehr auf die Flexibilität des Arbeitsmarktes einstellen müssten. Johannes Vogel sagte, mit Zeitarbeit habe man bereits ein geeignetes Flexibilitäts-Instrument.

Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer, dass die Region Olpe stärker als bisher eigene wirtschaftliche Leistungen betonen müsse. „Das Sauerland hat deutlich mehr zu bieten als grüne Wälder und blaue Seen“, fasste Stracke zusammen. Wilhelm Oberste-Beulmann ergänzte, dass in der bekannten Urlaubsregion auch Weltmarktführer ansässig seien. Dies würde jedoch zu wenig wahrgenommen. Der Region selbst müsse es vor allem gelingen, vor Ort mehr Facharbeiter mit Wohn- und Arbeitsort anzu-siedeln.
Die Veranstaltung im Kolpinghaus Olpe fand im Rahmen der Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Ein-stieg. Aufstieg. Wachstum.“ statt. Bis zur Bundestagswahl im September finden weitere Diskussionen u.a. in Schwäbisch Hall, Hildesheim und Bayreuth statt.

Über den BAP

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) ist die führende Interessenvertretung der Zeitarbeitsbranche in Deutschland mit mehr als 4.800 Personaldienstleistungsbetrieben. Nähere Informationen zum Verband finden Sie unter www.personaldienstleister.de.

Über „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“

2011 hat der BAP die Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, über Leistungen und Potenziale der Zeitarbeit zu informieren. Mehr Informationen zur Kampagne sind zu finden unter: www.einstieg-aufstieg-wachstum.de.

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Doris Droste
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