Bundestagswahl 2013: BAP organisiert Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten in Hildesheim

Bundestagskandidaten von CDU, SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen debattierten im Wahlkreis Hildesheim gemeinsam mit einer Geschäftsführerin eines Zeitarbeitsunternehmens über die Zeitarbeitsbranche.

10. September 2013, BAP-Diskussionsveranstaltung in Hildesheim zum Thema Zeitarbeit. Podi-umsdiskussion mit (v.l.n.r.): Brigitte Pothmer, MdB (Bündnis 90/Die Grünen), Bernd Westphal (SPD), Moderator Jo Fechner, Ute Bertram (CDU), Dr. Bernd Fell (FDP) und Tina Voß (Tina Voß GmbH). Foto: Andreas Genz

Welche Rolle hat Zeitarbeit in der eigenen Region? Zum siebten Mal beleuchteten Politiker und Vertreter der Zeitarbeitsbranche im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zwischen Sicherheit und Flexibilität“ diese Frage aus verschiedenen Perspektiven. Am 10. September kamen dazu die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Hildesheim Ute Bertram (CDU), Bernd Westphal (SPD), Dr. Bernd Fell (FDP) und Brigitte Pothmer, MdB (Bündnis 90/Die Grünen) zusammen. Die Arbeitgeberseite war auf dem Podium durch Tina Voß, Geschäftsführerin der Tina Voß GmbH, vertreten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jo Fechner.

BAP-Geschäftsführerin Julia Große-Wilde begrüßte zu Beginn des Abends Gäste und Diskussionsteil-nehmer. Anschließend führte der Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in das Thema ein. In seinem Vortag stellte Schäfer fest, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren deutlich reduziert werden konnte. Grund hierfür seien vor allem flexible Arbeitsmarktinstrumente wie die Zeitarbeit, durch die zahlreiche neue Jobs geschaffen worden seien. Zudem erwähnte er, dass Unternehmen, die Zeitarbeit einsetzten, Untersuchungen zufolge in der Regel umsatzstärker seien und damit erfolgreicher agierten als Unternehmen, die dieses Instrument nicht nutzten.

Die Zeitarbeitsbranche im Blick

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer, stellte zu Beginn der Diskussion fest, dass sie Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt für sehr wichtig halte. Dennoch hätten die von Rot-Grün in die Wege geleiteten Hartz-Reformen ihrer Meinung nach nicht den gewünschten Effekt gehabt. Nur sehr wenige Zeitarbeitnehmer würden beispielsweise von Kundenunternehmen in die Stammbelegschaft übernommen. Tina Voß erwiderte, der Hauptgrund für die Nutzung von Zeitarbeit seien nicht Kostenersparnisse, sondern Flexibilität. Zeitarbeitnehmer würden darüber hinaus durchaus sehr häufig von Kundenunternehmen übernommen – Facharbeiter könne sie selbst zum Beispiel oft nur wenige Wochen halten. Bernd Westphal sah eine Perspektive für die Zeitarbeit im höherqualifizierten Bereich. Für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sei seiner Meinung nach aber Innovationskraft wichtiger als ein flexibler Arbeitsmarkt. Ute Bertram betonte hingegen die ihrer Meinung nach wichtige Rolle der Zeitarbeit für die deutsche Wirtschaft. „Man darf das Instrument nicht verteufeln, da es Deutschland auf einen guten Weg gebracht hat“, sagte sie. Auch Dr. Bernd Fell bewertete die Rolle der Zeitarbeit positiv. Diese sei ein Weg in die Beschäftigung. In der Vergangenheit habe mehr Regulierung überdies auch immer zu mehr Arbeitslosigkeit geführt.

Equal Pay

Kontrovers diskutiert wurde das Thema Equal Pay. Brigitte Pothmer und Bernd Westphal waren sich einig, dass Tätigkeiten von Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaften grundsätzlich vergleichbar seien – daher müsse es ihrer Ansicht nach auch gleiche Löhne geben. MdB Pothmer sagte darüber hinaus, dass ihre Partei Equal Pay ab dem ersten Tag anstrebe, „denn dies steht im Gesetz. Das wollen wir realisieren“. Tina Voß entgegnete, dass es in der Zeitarbeitsbranche in den vergangen Jahren Lohnsteigerungen von mehr als 20 Prozent gegeben habe. Zudem hätten die Tarifpartner mit Branchenzuschlägen bereits jetzt eine gute Lösung für Equal Pay gefunden: Durch die Zuschläge profitierten Zeitarbeitnehmer je nachdem, wie lange sie beim Kundenunternehmen eingesetzt würden. Auch Dr. Bernd Fell sprach sich für Equal Pay aus, betonte aber, dass dies die Tarifpartner selber regeln sollten. Ute Bertram sah die Branche mit Branchenzuschlagstarifen auf einem guten Weg.

Die Veranstaltung im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim fand im Rahmen der Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ statt. Zuvor wurde bereits in den Wahlkreisen Harburg, Erlangen, Odenwald, Görlitz, Olpe und Schwäbisch Hall debattiert. Eine weitere Diskussion findet in Bayreuth statt.

Über „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“

2011 hat der BAP die Branchenkampagne „Die Zeitarbeit: Einstieg. Aufstieg. Wachstum.“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, über Leistungen und Potenziale der Zeitarbeit zu informieren. Mehr Informationen zur Kampagne sind zu finden unter: www.einstieg-aufstieg-wachstum.de.

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Doris Droste
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