BDA-Bericht „Realität am deutschen Arbeitsmarkt“ räumt faktenreich mit Vorurteilen auf

Minijobber, befristete Arbeitsverhältnisse, Niedriglohnbereich – die Debatte über die Situation am Arbeitsmarkt ist größtenteils einseitig / Arbeitgeberpräsident warnt vor einem Zuviel an Regulierungen und plädiert für mehr Ideenreichtum und individuelle Lösungen für den Arbeitsmarkt

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat in einem aktuellen Bericht Fakten über den deutschen Arbeitsmarkt zusammengestellt und veröffentlicht, um den einzelnen Vorurteilen in der Öffentlichkeit mit konkreten Zahlen zu begegnen. Denn auf Basis falscher Zahlen gründe sich der Ruf nach neuen staatlichen Regulierungen, so Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im Vorwort.

Beim Thema Niedriglohnbereich zeigt sich, so der BDA-Bericht, dass gerade dieser Bereich wie ein Türöffner, vor allem für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose, in den Arbeitsmarkt wirkt. Im Übrigen ist – bezogen auf die gesamte Bevölkerung – der Anteil der Normalverdiener nicht gesunken, sondern zwischen 1994 und 2009 von 46 Prozent auf 48 Prozent gestiegen. Der Anteil der Nichterwerbstätigen ist hingegen von 12 Prozent auf 8 Prozent gesunken.

Zum Thema befristete Arbeitsverträge stellt der BDA in seinem Bericht fest, dass der Anteil der befristet Beschäftigten nicht – wie vielfach behauptet – extrem angestiegen ist, sondern seit Jahren konstant unter 9 Prozent liegt. Über die Hälfte der Neueinstellungen erfolgen unbefristet. Außerdem sei die Übernahmequote kräftig gestiegen: von 39 Prozent im Jahr 2005 auf 56 Prozent 2011.

Auch zum Thema Zeitarbeit stellt der Bericht die aktuellen Ergebnisse vor: Der Anteil der Zeitarbeit an der Erwerbstätigkeit liegt in Deutschland bei lediglich 2,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2012 waren zwei Drittel der neu eingestellten Zeitarbeitnehmer vorher ohne Arbeit, jeder Sechste davon war sogar länger als ein Jahr arbeitslos – ein Beleg für die integrative Wirkung des Instruments Zeitarbeit in den Arbeitsmarkt.

Hier finden Sie den BDA-Bericht.

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Gesa Kok
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