BAP-Veranstaltungsreihe „Dialog vor Ort“: „Personalbereiche verkennen die Realität"

Zur Auftaktveranstaltung des „Dialog vor Ort“ hatte der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) am 22. Mai ins Haus der Bayerischen Wirtschaft in München eingeladen. Der Referent, Thomas Sattelberger, enttäuschte die Gäste des Abends nicht. Faktenreich und pointiert vertrat der streitbare „oberste Personaler der Republik“ auch diesmal seine Thesen.

München, 22. Mai 2014. BAP-Veranstaltung "Dialog vor Ort", Vortrag Thomas Sattelberger. Foto unten: Podiumsdiskussion mit (v.l.n.r.): Christian Werner, Michael Rieder, Moderatorin Barbara Sommerhoff, Thomas Sattelberger, BAP-Vorstand Wolfgang Braunmüller. Foto: Stefan Heigl

Unsere Gesellschaft altert. Ein mit Zahlen sattsam belegtes Faktum. Und ein Umstand, der vielen Unternehmen womöglich eine Art Frischzellenkur beschert. Jedenfalls dann, wenn die Personalabteilungen Abschied nehmen von Klischees wie dem, dass ältere Mitarbeiter weniger belastbar sind als junge; dass Zeugnisse und Zertifikate erschöpfend Auskunft geben über einen Bewerber; dass Mitarbeiterführung sich im Anordnen, Kontrollieren und Bewerten erschöpft.

Stereotype seien das, sagte Thomas Sattelberger. Vollkommen untauglich, um die Folgen unserer alternden Gesellschaft konstruktiv anzugehen. Wie ein solches konstruktives Vorgehen aussehen kann, erläuterte er an sechs strategischen Handlungsfeldern. Sie reichen von Bildung über Arbeitgeberattraktivität und Vielfalt im Unternehmen bis hin zu Gesundheit und Führung.

Zu jedem Punkt lieferte Sattelberger anschauliche Beispiele. Dazu gehört, Teile der Berufsausbildung in den Schulunterricht zu integrieren, Einwanderer als Bereicherung unserer Gesellschaft willkommen zu heißen, Schwerbehinderte einzustellen statt sich frei zu kaufen. Vor allem aber: Personalführung als Kern der unternehmerischen Aufgaben anzunehmen.

Der demografische Wandel berge jedenfalls jede Menge Chancen, so Sattelberger. Allerdings nur für solche Personalmanager, die strategisch denken und offensiv handeln. Auch für die Branche der Personaldienstleister bietet er Möglichkeiten. „Sie sind die Vorreiter der notwendigen Flexibilisierung. Nutzen Sie Ihre Kompetenz“, forderte Sattelberger die Zuhörer auf. Das war dann auch der Appell an die anwesenden Gäste der Veranstaltung. Personaldienstleister können und müssen gerade kleine und mittlere Betriebe unterstützen, ihre Personalarbeit strategisch auszurichten. „Viele Handwerksbetriebe können sich eine eigenständige Personalarbeit gar nicht leisten“, erklärte Sattelberger. Das sei eine Chance für externe Personaldienstleister, ihre Expertise ins Unternehmen zu tragen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sorgten Christian Werner, Head of Strategic Workforce Planning bei der Allianz SE und Mitglied im Vorstand des Demographie Netzwerkes, Michael Rieder, bei der Bundesagentur für Arbeit für die Beratung von Arbeitgebern im Bereich Personalführung zuständig, sowie Wolfgang Braunmüller, BAP-Vorstandsmitglied sowie Regionalsprecher Süd und Chef der Augusta Personaldienstleistungen, für weitere praxisnahe Beispiele, wie die Branche der Personaldienstleister den demografischen Wandel als Chance für ihre Branche nutzen können. Die Prioritäten der Personalarbeit werden in deutschen Unternehmen verkannt, mahnte Sattelberger. „Nutzen Sie Ihre Expertise und bringen Sie Ihre Erfahrungen in regionalen und lokalen Foren ein.“

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