BAP kritisiert TK-Meldung zu Fehlzeiten in der Zeitarbeit

Falsche Grundannahmen und nicht repräsentative Daten

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat heute Zahlen zu Fehlzeiten von Zeitarbeitnehmern vorgestellt. Der Präsident des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP), Volker Enkerts, kritisiert die Position der TK scharf und warnt vor Fehlinterpretationen und Verallgemeinerungen:

1. Die heute veröffentlichten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf bei der TK versicherte Arbeitnehmer. Die Daten sind nicht repräsentativ und bewegen sich methodisch auf sehr dünnem Eis, weil eben nur TK-Mitglieder (die nicht für die Gesamtheit der Versicherten stehen) betrachtet worden sind.

2. Ein sehr großer Teil der Zeitarbeitnehmer arbeitet im sogenannten Helferbereich. Insgesamt führen sie überdurchschnittlich oft körperlich anstrengende Tätigkeiten aus – und sind vor allem deswegen häufiger krank als der Durchschnitt der TK-Versicherten. Nicht die Zeitarbeit als Tätigkeitsform und Branche, sondern das Einsatzgebiet ist hier also für die Fehlzeiten hauptverantwortlich.

3. Weitere Schwächen der TK-Mitteilung sind falsche Grundannahmen zur Zeitarbeit: Die TK ignoriert, dass fast alle Arbeitsverhältnisse in der Zeitarbeit reguläre, normale Arbeitsverhältnisse sind – sie also schwer anderen „konventionellen“ Beschäftigungsformen gegenübergestellt werden können: In der Regel bedeutet Zeitarbeit sozialversicherungspflichtige, unbefristete Anstellung in Vollzeit. Zeitarbeit unterliegt vollständig dem allgemeinen deutschen Arbeitsrecht und wird zu nahezu 100 Prozent nach Tarifverträgen der Zeitarbeitsbranche bezahlt – rund 75 Prozent davon nach Tarifverträgen mit den DGB-Mitgliedsgewerkschaften.

Volker Enkerts weiter: „Trotzdem sind die Fehlzeiten und Arbeitsunfälle nicht von der Hand zu weisen. Das Thema ‚Gesundheit’ ist daher ein Hauptanliegen unserer Branche – nicht zuletzt haben die Unternehmen auch ein ureigenes wirtschaftliches Interesse an gesunden Mitarbeitern. Aus diesem Grund hat der BAP bereits vor Jahren mehrere Projekte initiiert, um die Fehlzeiten und Zahl der Arbeitsunfälle zu senken – etwa durch betriebliches Gesundheitsmanagement, Prävention, bessere Information und Einarbeitung. Daneben haben viele Mitgliedsfirmen eigene Initiativen gestartet, um krankheits- oder unfallbedingte Fehlzeiten von Zeitarbeitnehmern zu verringern. Zudem unterstützt der BAP durch seine Beiratstätigkeit die Projekte GEZA und GRAziL, an denen jeweils die Mitgliedsunternehmen Manpower und Start Zeitarbeit NRW federführend beteiligt sind.“

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Doris Droste
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