BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz zum Statement der Linken-Abgeordneten Jutta Krellmann zur Integrationsfunktion der Zeitarbeit

Thomas Hetz, BAP-Hauptgeschäftsführer

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann geht hervor, dass es für Geflüchtete aus Afghanistan, Irak und Syrien schwieriger als für deutsche Staatsangehörige ist, dauerhafte Beschäftigung zu finden. Konkret hatte Krellmann von der Bundesregierung Daten zu Schutzsuchenden aus den genannten Ländern sowie nicht-deutscher Staatsangehöriger, deren Zeitarbeitsverhältnis endete, erfragt. Dazu erklärt Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP):

„Jutta Krellmann hat die von ihr offenbar erwünschten Ergebnisse bekommen. Nicht ganz überraschend fällt es Schutzsuchenden deutlich schwerer, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen als anderen nicht-deutschen und erst recht als deutschen Staatsangehörigen. Daraus zu schließen, dass Zeitarbeit kein Integrationsmotor ist, greift viel zu kurz. Frau Krellmann schaut nur auf die Staatsangehörigkeit. Sie ignoriert dabei völlig die soziodemografischen Hintergründe der Schutzsuchenden, die sich zum Beispiel bei der für die Beschäftigungschancen so wichtigen Ausbildung von anderen Gruppen unterscheiden. So ist aus der breit angelegten Untersuchung zu Bildung und Qualifikation Schutzsuchender, der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016 bekannt, dass 76 Prozent der Schutzsuchenden über gar keine Berufs- oder Hochschulausbildung verfügen. Das sind wesentliche Beschäftigungshemmnisse. Hinzu kommen häufig Sprachprobleme und Schwierigkeiten, sich in der deutschen Arbeitswelt auf Anhieb zu Recht zu finden. Zusammengenommen führen diese Gründe dazu, dass es Geflüchtete viel schwerer haben, dauerhaft beschäftigt zu werden.

Ferner werden nur beendete Beschäftigungsverhältnisse betrachtet. Für weiterhin bestehende Beschäftigungsverhältnisse oder die Gründe, wieso die Beschäftigungsverhältnisse endeten, interessiert sich Frau Krellmann nicht. Damit redet sie das enorme Engagement der Personaldienstleister, die immerhin mehr als ein Drittel Geflüchteter, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, sozialversicherungspflichtig beschäftigen, absichtlich schlecht. Damit wird einmal mehr versucht, die Öffentlichkeit zu manipulieren, indem wichtige Fragen erst gar nicht gestellt werden. Frau Krellmann macht sich die Arbeitswelt, wie sie in ihre Agenda passt.“

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