6. Thementag Personalvermittlung / Chancen für Personalvermittler im Spannungsfeld zwischen Kandidaten und Kunden

Der Thementag Personalvermittlung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) stellte mit drei spannenden Vorträgen die aktuellen Entwicklungen und Chancen der Personalvermittlung in den Vordergrund.

v. l. n. r.: Thomas Hetz, BAP-Hauptgeschäftsführer, Andreas Schöning, markenfrische, Julia Große-Wilde, Stellv. BAP-Hauptgeschäftsführerin, Gunnar Belden, maturias Personalberatung, Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP, Tanja Samrotzki, Moderatorin, Raymond Homo, VBPV-Vorsitzender, Heinz Ostermann, Stellv. Vorsitzender des VBPV; Fotograf: Michael Brunner

Auf dem „6. Thementag Personalvermittlung“ – organisiert vom Verbandsbereich Personalvermittlung des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) – standen die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen für Branche und Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Raymond Homo, Vorsitzender des Verbandsbereichs Personalvermittlung, begrüßte die rund 100 Gäste im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin. Durch die Veranstaltung führte Moderatorin Tanja Samrotzki.

Einen politischen Rundumblick – „Wirtschaft – Politik – Arbeit“ – gab Wolfgang Kubicki, Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein. Kubicki stellte mit Blick auf die Politik der Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fest, dass „wir uns heute mit vielen Regelungen auf dem Arbeitsmarkt beschäftigen müssen, die zu einer erstarrten Lage beigetragen haben“. Dabei komme die dringend benötigte Flexibilisierung zu kurz. „Übrigens interessant in einer Zeit, in der wir den Griechen empfehlen, ihren Arbeitsmarkt zu flexibilisieren, um aus der Krise herauszukommen, wobei wir bei uns in Deutschland das genaue Gegenteil machen“, kritisierte der FDP-Politiker. In Deutschland hätte es sich „breit gemacht, mit Angst Politik zu machen.“ Dies gelte auch für die Furcht vor dem Klimawandel oder vor Flüchtlingen. „Die beste Integrationsleistung“ von Zuzüglern erfolge in den Betrieben. Deshalb sei es „unsere Lernaufgabe“, Menschen so schnell wie möglich in Arbeitsprozesse einzubinden. „Deregulierung ist das Wort der Stunde“, brachte es Kubicki auf den Punkt. Für die Branche der Personaldienstleister und den Arbeitsmarkt wünschte er sich mehr Wettbewerb, da „es unserem Land gut tun würde, den Wettbewerb zwischen privaten Vermittlern und öffentlich-rechtlichen Vermittlern zu intensivieren“.

Dem Stichwort „Wettbewerb“ schloss sich Gunnar Belden an. Der Geschäftsführer von maturias Personalberatung & Akademie stellte das Marktumfeld von Personalberatung und Personalvermittlung vor. Die Wachstumsraten seien mit 6,8 Prozent im vergangenen Jahr hervorragend, die Wirtschaft befinde sich in einem Aufwärtstrend, sagte Belden. So entstünde neuer Raum für die Besetzung von Stellen. Deutschland sei der attraktivste Markt innerhalb Europas, das ziehe auch ausländische Wettbewerber an. Deshalb herrsche ein hoher Wachstums- und Wettbewerbsdruck, besonders im Mittelpreissegment. „Bevorzugter Ansatz“ in den Dienstleistungsunternehmen müsse es demzufolge sein, dass die gesamte Personal-Prozesskette in einer Hand liege. Von der Akquise über das Briefing bis hin zur Steuerung des Projektes hätten Kunden und Kandidaten dann nur noch einen Ansprechpartner. "Damit werden die Kunden an die Berater gebunden – und nicht an die Beratung", erläuterte Belden den strategischen Ansatz.

Auch im Vortrag von Andreas Schöning, Geschäftsführer von markenfrische Kommunikation, ging es um den Wettbewerb, und zwar darum, gute Kandidaten überhaupt zu ermitteln. Wie schaffen es Personalvermittler, potenzielle Kandidaten zu finden und vor allem für sich zu gewinnen? Schöning riet dazu, den „Wunsch-Bewerber“ regelrecht „zu planen“. „Der direkte Kontakt zählt – statt einer E-Mail sollte der Personalvermittler zum Hörer greifen“, lautete die klare Ansage von Schöning. „Nachfragen, dranbleiben, überraschen“ – so grenze man sich vom Wettbewerb ab und binde die Bewerber an sich.

Die Ergebnisse des Tages fasste die Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des BAP Julia Große-Wilde zusammen: „Gerade wenn es der Zeitarbeit durch regulatorische Eingriffe immer schwerer gemacht wird, muss die Branche neue Wege gehen. Der Thementag Personalvermittlung zeigt, dass die Personaldienstleister ihre Kernkompetenz als Spezialisten für Human Resources in Richtung Kunden und Kandidaten weiter ausbauen und intensivieren.“

Der Verbandsbereich Personalvermittlung (VBPV) des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) entstand aus der Integration des Bundesverbandes Personalvermittlung (BPV) in den BAP. Mit dem VBPV existiert ein Netzwerk zur Bündelung der Interessen der Branche unter dem Dach des BAP. Der „Thementag Personalvermittlung“ stellt aktuelle Themen und Trends vor.

Fotos: Copyright BAP / Michael Brunner

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