Zeitarbeitnehmer in Deutschland: Quote bleibt gering

„Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, wie wichtig Zeitarbeit als Arbeitsmarktinstrument ist“

Obwohl mehr Menschen im ersten Halbjahr 2015 in der Zeitarbeit tätig waren als noch 2014, bewegen sich die Quoten in der Arbeitnehmerüberlassung weiterhin auf einem konstant niedrigen Niveau. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Zeitarbeit für die erste Jahreshälfte des vergangenen Jahres hervor. Danach lag der Anteil der Zeitarbeitnehmer an allen Erwerbstätigen in Deutschland bei 2,1 Prozent. Auch die Quote der Zeitarbeitnehmer an allen Beschäftigten beträgt wie 2014 erneut nur 2,5 Prozent und stagniert bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung bei knapp 2,8 Prozent.

Die BA änderte für die Ermittlung der Zahlen das Erhebungsverfahren: Bislang mussten Zeitarbeitsunternehmen der Behörde ihre Zahlen manuell melden. Dabei kam es vereinzelt zu Meldeausfällen, da „ein kleiner Teil der Verleihbetriebe die Meldungen nicht, nicht rechtzeitig oder unvollständig abgegeben hat“, heißt es im Methodenbericht der BA. Die neuen Daten werden nunmehr aus dem Meldeverfahren zur Sozialversicherung gewonnen und haben laut BA „einen sehr hohen Abdeckungsgrad“. Dies hat jedoch zur Folge, dass nun einzelne Zahlen in der Statistik höher ausfallen als in den Vorjahren und somit kaum vergleichbar sind mit den Daten, die mit dem früheren Verfahren erhoben wurden.

„Die mit dem neuen Verfahren ermittelten Zahlen zeigen noch deutlicher, wie wichtig die Zeitarbeit für den deutschen Arbeitsmarkt ist und dass die Branche ihrer Funktion als Integrationsinstrument für Gruppen, die es am Arbeitsmarkt schwer haben – wie Langzeitarbeitslose oder Migranten –  nachkommt“, kommentiert Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), die aktuellen BA-Zahlen. „Wiesen die Daten der BA bisher aus, dass rund 64 Prozent der Zeitarbeitnehmer aus der Arbeitslosigkeit kamen, zeigen die neuen Zahlen, dass es sogar 70,5 Prozent sind. Davon waren 17,9 Prozent langzeitarbeitslos oder vorher noch nie beschäftigt. Mit der weiteren Einschränkung der Zeitarbeitsbranche – die die große Koalition derzeit angeht – wird diesen Menschen nun wahrlich kein Gefallen getan“, so Hetz.

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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