Bertelsmann-Studie "Herausforderung Zeitarbeit"

"Keine Evidenz für unterschiedliche Entlohnung"

Die Vermarktung der gestern veröffentlichten Bertelsmann-Studie "Herausforderung Zeitarbeit" weist bei den Daten zu vermeintlichen Lohnunterschieden zwischen Zeitarbeit und Gesamtwirtschaft einige Ungereimtheiten auf. Vielmehr gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen der PR-Zusammenfassung und der Analyse selbst. Sogar die Autoren beschreiben die Entgeltdifferenzen von "vergleichbaren Arbeitskräften" als nicht belegbar.

So schicken die Wissenschaftler dem Kapitel "Entgelte" eindeutige Erklärungen voraus: "Einschränkend sei angemerkt, dass die ausgewiesenen durchschnittlichen Entgelte und Entgeltdifferenzen einfache Mittelwerte darstellen. Sie berücksichtigen somit nicht alle produktivitäts- und damit entgeltrelevanten Unterschiede zwischen Arbeitskräften in Zeitarbeit und Gesamtwirtschaft, wie etwa Unterschiede in der Berufserfahrung, in den Zeiten vorausgegangener Arbeitslosigkeit oder in der wöchentlichen Stundenarbeitszeit. Dies ist bei der Interpretation der Ergebnisse stets zu berücksichtigen. Vor allem können die Entgeltdifferenzen nicht als Evidenz dafür gesehen werden, dass ‚vergleichbare‘ Arbeitskräfte in Zeitarbeit und Gesamtwirtschaft unterschiedlich entlohnt werden." (Bertelsmann-Stiftung "Herausforderung Zeitarbeit", 2012, Seite 25) 

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Doris Droste
Doris Droste
Leiterin Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

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