Konjunkturentwicklung in Deutschland: Experten bremsen Euphorie

Die bisherigen Konjunkturprognosen in Deutschland waren immer recht positiv: Wirtschaftsexperten, Politiker und Wissenschaftler rechneten für 2014 mit solidem Wachstum, von einem Beschäftigungsanstieg war die Rede und von geplanter Investitionssteigerung der Unternehmen. Nun gibt es jedoch auch kritische Stimmen: Wie das „Handelsblatt“ in seiner heutigen Ausgabe berichtet,  warnen Experten durchaus auch vor zu viel Optimismus.

Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben sich nämlich in diesem Monat verschlechtert. Der entsprechende Indikator sei um 3,3 auf 29,8 Punkte nach unten gegangen, heißt es in einer ZEW-Pressemitteilung – der sechste Rückgang in Folge. Dieser falle jedoch „wesentlich schwächer“ aus als  im Vormonat. „Im Mai 2014 verlor der Indikator mehr als zehn Punkte“, so die Mitteilung. „Zwar läuft die deutsche Konjunktur derzeit sehr gut, doch die Luft nach oben wird dünner“, wird ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest zitiert. „Dass dem witterungsbedingt starken ersten Quartal 2014 ein weniger starkes zweites Quartal folgen wird, deutet sich bereits an.“

Wie das „Handelsblatt“ schreibt, hat auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine konjunkturelle Sommerflaute ausgemacht: Der Jahresauftakt sei stark gewesen, im zweiten Quartal werde die Wirtschaft aber nur um 0,2 Prozent und im dritten Quartal um 0,3 Prozent wachsen. „Die Risiken für die Konjunktur in Deutschland und Europa sind hoch“, zitiert die Zeitung den DIW-Präsidenten Marcel Fratzscher. „Bankenprobleme, die hohe Verschuldung von Unternehmen und Staaten in manchen Teilen des Euro-Raums und der zunehmende Deflationsdruck könnten zu einem Bremsklotz werden.“

Für das Gesamtjahr 2014 rechnen die DIW-Forscher den Angaben zufolge dann aber mit einem Wachstum von 1,8 Prozent, 2015 mit einem Wachstum von 2 Prozent. Auch auf der DIW-Homepage gibt es Stimmen, die sich, die wirtschaftliche Gesamtentwicklung betreffend, durchaus auch optimistisch geben. So wird etwa Ferdinand Fichtner, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik beim DIW, mit den Worten zitiert: „Es sieht gut aus für die deutsche Wirtschaft und es geht nach unserer Prognose weiter aufwärts, auch wenn das zweite Quartal ein bisschen schwächer ausfallen wird.“



Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück