Arbeitsmarktzahlen: Herbstaufschwung fällt „verhalten“ aus

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im September 2014 schlechter entwickelt als für die Jahreszeit üblich. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Monatsvergleich zwar um 94.000 auf 2,808 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die BA spricht aber von einer „verhalten einsetzenden Herbstbelebung“, denn der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei  schwächer als in den Vorjahren. Dies liege auch daran, dass weniger Arbeitslose in Förderprogrammen der BA gewesen seien.

"Im September ist die Zahl der arbeitslosen Menschen mit der beginnenden Herbstbelebung gesunken", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. "Lässt man übliche saisonale Effekte außen vor, steigt die Arbeitslosigkeit jedoch an." Wie die BA am Vormittag mitteilte, sank die Arbeitslosenquote im September um -0,2 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent. Weise wies während einer Pressekonferenz allerdings darauf hin, dass die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt, also ohne die übliche Herbstbelebung, dieses Mal unerwartet stark um 12.000 zugenommen habe.

Laut BA-Bericht hat sich die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, saisonbereinigt nicht verändert. Sie lag bei 3.691.000 Personen und damit um 102.000 niedriger als im Vorjahr. Gleichzeitig sind Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung saisonbereinigt weiter gewachsen. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Erwerbstätigen im August 2014 saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 26.000 gestiegen. „Mit 42,82 Millionen Personen fällt sie im Vergleich zum Vorjahr um 355.000 höher aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat nach der Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit von Juni auf Juli saisonbereinigt um 30.000 zugenommen. Mit 30,12 Millionen Personen liegt die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 528.000 im Plus“, meldet die BA in ihrer Pressemitteilung.

„Dennoch steht der deutsche Arbeitsmarkt immer noch gut da“, kommentiert „Spiegel-Online“ die neuesten Zahlen. „Die Arbeitslosenzahl war um 41.000 geringer als vor einem Jahr und kaum höher als in den Boomzeiten Anfang der Neunzigerjahre. In kaum einem anderen Land der Euro-Zone ist die Arbeitslosenquote so gering“, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Für diese Einschätzung spricht auch, dass sich die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin auf einem guten Niveau befindet. Im September waren 518.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 46.000 mehr als vor einem Jahr. Saisonbereinigt liegt die Nachfrage gegenüber dem Vormonat damit um 5.000 im Plus. „Besonders gesucht sind zurzeit Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Metall, Verkehr und Logistik, Mechatronik, Energie und Elektro, Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Gesundheit sowie Hotel und Gastronomie. Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) – ein Indikator für die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland – stieg im September 2014 um 2 Punkte auf 170 Punkte. Die Kräftenachfrage setzt damit ihren leichten Aufwärtstrend fort“, heißt es in der BA-Pressemitteilung.

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