rbb-Beitrag: Zeitarbeit in Berlin und Brandenburg

In einem aktuellen Beitrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) wird die Zeitarbeit in Berlin und Brandenburg näher untersucht. Insbesondere in der Lagerwirtschaft und im Bereich „Pflege und Soziales“ kommen in dieser Region immer mehr Zeitarbeitnehmer zum Einsatz.

Leichter Anstieg in Berlin und Brandenburg

Laut rbb waren im Jahr 2016 in Berlin insgesamt 38.460 Menschen als Zeitarbeitnehmer beschäftigt, in Brandenburg waren es 21.141. Genau wie die Gesamtzahl der Beschäftigten sind die absoluten Zahlen der Zeitarbeitnehmer leicht gestiegen. Die Quote der Zeitarbeitnehmer an der Gesamtzahl der Beschäftigten liegt mit 2,4 Prozent (Brandenburg) bzw. 2,6 Prozent (Berlin) leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 2,7 Prozent.

„Im Aufschwung greifen Unternehmen stärker auf Zeitarbeiter zurück – als Puffer", erklärt Professorin Elke Jahn vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung den Anstieg. Außerdem sei der Markt für Facharbeiter leergefegt. Zeitarbeiter seien oft angelernte Kräfte, viele kämen aus der Arbeitslosigkeit, viele würden für Helfertätigkeiten eingesetzt.

Die meisten Zeitarbeitnehmer in „Verkehr und Logistik“

Gemäß rbb-Bericht beschäftigt die Branche „Verkehr und Logistik" die meisten Zeitarbeitnehmer in der Region. In Berlin waren es 6.551 (+ 34 Prozent). In Brandenburg lag die Zahl bei 7.930 Menschen, vor allem in der Lagerwirtschaft (+ 72 Prozent seit 2014). Möglicherweise habe dieser Anstieg mit der Ausweitung des Onlinehandels zu tun, sagt Andreas Splanemann von der Gewerkschaft Verdi  gegenüber dem rbb.

Auf Platz zwei beim Einsatz von Zeitarbeitnehmern sind in Berlin die kaufmännischen Dienstleistungen, der Handel, Vertrieb und Tourismus. In diesen Bereich fallen auch Büro- und Sekretariatstätigkeiten sowie die Gastronomie.

„Pfleger wollen selbst bestimmen, wie sie eingesetzt werden"

Die größte Steigerung in Brandenburg findet sich laut rbb-Bericht bei Tätigkeiten aus dem Bereich „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung". Im Jahr 2014 gab es 143 Zeitarbeitnehmer, zwei Jahre später waren es 815 (+ 470 Prozent ). Diese Zeitarbeitnehmer waren 2016 vor allem in den Bereich Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungs-, Kranken- und Altenpflege tätig.

Das Plus bei der Zeitarbeit in Krankenhäusern und der Alten- bzw. Hauskrankenpflege habe mit der zunehmend geforderten Leistung und der Arbeitsbelastung zu tun, erklärt Meike Jäger von der Gewerkschaft Verdi gegenüber dem rbb. Stationen seien unterbesetzt, die Belastung steige. „Der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ist erschöpft – es gibt zu wenig Nachwuchs, der Wettbewerb um Fachkräfte ist enorm", sagt Jäger und fügt hinzu: „In der Folge haben die Beschäftigten erkannt, dass sie bei Leiharbeitsunternehmen viel besser bestimmen können, wie, wann und gegebenenfalls sogar wo sie eingesetzt werden; sie können sich sozusagen die Dienste nach ihren Präferenzen aussuchen - zum Beispiel lieber Nachtdienste, nur vormittags, keine Onkologie oder ähnliches."

„Es ist erfreulich, dass mittlerweile auch die Gewerkschaften erkennen, welche Vorteile die Zeitarbeit für Arbeitnehmer haben kann“, kommentiert Thomas Hetz, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP).

Den vollständigen Beitrag finden Sie unter diesem Link: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/11/leiharbeit-in-brandenburg-und-berlin.html

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