IW: Große Unterschiede bei europäischen Lebensverhältnissen

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) blendete im Rahmen einer aktuellen Studie nationale Grenzen aus und betrachtete die Europäische Union als ein Land. Dabei stellte es große Unterschiede bei den einzelnen Lebensverhältnissen fest. In der europaweiten Betrachtung liegt Deutschland im oberen Mittelfeld. Hierzulande sinkt so die Armutsgefährdungsquote von 16,5 auf 8,4 Prozent.

Vergleichbarkeit durch Kaufkraftstandards

Zur Vergleichbarkeit der einzelnen Länder bildete das IW sogenannte „Kaufkraftparitäten“ – dabei wurden die nationalen Währungen in Kaufkraftstandards (KKS) umgerechnet. Mittels eines KKS könnten in allen Ländern die gleiche Menge Waren und Dienstleistungen gekauft werden. Das europaweite Medianeinkommen lag im Jahr 2014 bei 1.311 KKS, umgerechnet wären das für Deutschland 1.370 Euro. Die Einkommensbefunde verschieben sich durch diese Umrechnung grundlegend: „Rund 20 Millionen Menschen aus reicheren EU-Staaten gelten nach europaweitem Standard – anders als in der jeweils nationalen Betrachtung – nicht mehr als armutsgefährdet“, erklärt das IW. Auch für die ärmeren Länder ergeben sich neue Interpretationsspielräume: „Über 45 Millionen Menschen aus den weniger wohlhabenden EU-Staaten schaffen es nicht über die EU-Armutsschwelle, obwohl sie in ihren Heimatländern nicht als armutsgefährdet eingestuft werden.“

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Für Deutschland konstatiert das IW: „Ein gutes Drittel der Deutschen zählt zur oberen Mittelschicht und den Einkommensreichen der EU“. Die Armutsgefährdungsquote sinkt hierzulande von 16,5 auf 8,4 Prozent. In der europaweiten Betrachtung steht Luxemburg an erster Stelle: „Dort ist nach Kaufkraftstandards praktisch niemand mehr armutsgefährdet, während über ein Viertel der Bevölkerung mehr als 250 Prozent des europäischen Medians verdient und damit zu den Einkommensreichen gehört“. Rumänien bildet im Rahmen der Auswertung das Schlusslicht: 90 Prozent der Bevölkerung gilt dort als einkommensarm.

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