ifo: Konjukturperspektiven

Laut der Konjunkturperspektiven März 2018 des ifo Instituts ist im Verarbeitenden Gewerbe, im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor der Geschäftsklimaindikator gesunken. Etwas verbessert hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe. Im Großhandel konnte das Niveau des Vormonats gehalten werden.

Verarbeitendes Gewerbe

Eine leichte Verschlechterung des Geschäftsklimas war im Verarbeitenden Gewerbe festzustellen, auch wenn der Lageindikator den sehr guten Vormonatswert sogar minimal überbieten konnte. Die Teilnehmer erwarten eine weitere Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden Monaten hingegen seltener, was bei der Berechnung des Gesamtindikators deutlicher ins Gewicht fiel. Ein Stück an Dynamik gewann die Nachfrageentwicklung und auch bei den Auftragsbeständen wurde weiterhin vielerorts von Steigerungen berichtet. Die Reichweite der Orderbücher stieg laut amtlicher Statistik im Januar um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Die teilnehmenden Industrieunternehmen zeigten sich im März sehr zufrieden mit diesen Auftragsbeständen, auch wenn dies im Vormonat noch etwas häufiger der Fall war. Die branchenspezifisch niedrigen Lagerbestände konnten, trotz Berichten zufolge, über Produktionsausweitungen zu geringen Teilen wieder aufgefüllt werden.

Bauhauptgewerbe

Im Bauhauptgewerbe hat sich im März das Geschäftsklima etwas verbessert: Die befragten Baufirmen blicken wieder optimistischer auf die Entwicklung der kommenden sechs Monate. Auf ein neues Allzeithoch stieg die Reichweite der Auftragsbestände im Durchschnitt der Bausparten (3,9 Produktionsmonate) – vor Jahresfrist lagen die Auftragsreserven bei 3,7 Monaten. Klar zurück ging die Geräteausnutzung, aber mit 76,6 Prozent war der Maschinenpark weiterhin sehr gut ausgelastet. 74 Prozent der teilnehmenden Unternehmen berichteten über Behinderungen der Bautätigkeit (Vorjahreswert: 61 Prozent), negative Witterungseinflüsse wurden bei zwei Drittel als Ursache hierfür angegeben (Vorjahreswert 51 Prozent) und 9 Prozent klagten über Arbeitskräftemangel (Vorjahreswert: 3 Prozent). Ebenfalls beeinträchtigte der Auftragsmangel mit 9 Prozent die Baufirmen (Vorjahreswert: 14 Prozent). Laut Firmenangaben konnten die Preise häufiger angehoben werden. Seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung lag der Umfragewert hiermit auf dem höchsten Niveau. Für das Jahr 2017 signalisiert die amtliche Preisstatistik eine stärkere Fortsetzung des Baupreisanstiegs. Die Unternehmen planten weiterhin, ihren Personalbestand in naher Zukunft aufzustocken.

Großhandel

Im Großhandel kann ein stabiles Geschäftsklima gehalten werden, auch wenn die Unternehmen etwas weniger optimistisch auf die kommenden sechs Monate blicken. Mit dem Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigten sich die Händler zufrieden, auch wenn nach den offiziellen Zahlen die realen Großhandelsumsätze im Dezember 2017 um 1 Prozent gesunken sind. Laut des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA) wird davon ausgegangen, dass die Großhändler von der starken Wirtschaftsleistung Deutschlands und Europas weiterhin profitieren und die Umsatzentwicklung wieder steigt. Der Großhandel ist 2017 um 3 Prozent gewachsen. Unterhalb des langfristigen Durchschnitts lag weiterhin der Lagerbestand. Den offiziellen Zahlen zufolge sind die Verkaufspreise im Februar weniger stark gestiegen als in den Vormonaten. Dennoch wird weiterhin mit guten Preisgestaltungsmöglichkeiten gerechnet. Die Zahl der Beschäftigten ist im Jahr 2017 um 1,3 Prozent gestiegen. Einstellungen sind für die kommenden drei Monate häufiger geplant als im Durchschnitt des vorangegangenen Jahres.

Einzelhandel

Eine deutlich verschlechterte Stimmung ist im Einzelhandel merkbar: Der Geschäftsklimaindikator ist im März zum dritten Mal in Folge gesunken und erreichte damit fast wieder den Wert des Februars 2017. Bei den Geschäftserwartungen steigt erstmalig seit September vergangenen Jahres wieder Pessimismus auf, dennoch dürften die Verkaufspreise häufiger als im Vormonat angehoben worden sein. In begrenzten Orderplänen spiegelte sich der gewachsene Lagerdruck wider. Die Beschäftigung wollen deutlich weniger Unternehmen erhöhen.

Dienstleistungen

Überaus zufrieden zeigten sich die Unternehmen im Dienstleistungssektor mit ihrer aktuellen Geschäftssituation, auch wenn der Geschäftslageindikator im Vergleich zum Vormonat etwas nachließ. Eine positive Geschäftsentwicklung erwarten die Firmen auch für die kommenden sechs Monate. Obwohl der Klimaindikator zum dritten Mal in Folge leicht fiel, befindet sich dieser noch deutlich im positiven Bereich. Die aktuelle Umsatzentwicklung stellte sich ebenfalls weiterhin wesentlich besser dar als im langjährigen Durchschnitt. Der Personalbestand wurde laut Firmenangaben weiter aufgestockt, was auch für die kommenden Monate weiter geplant ist. Der Auftragsbestand konnte den Rekordwert vom Vormonat nicht erreichen, blieb aber auf einem sehr guten Niveau. Auch Preisanhebungen sind den Angaben zufolge in den kommenden Monaten geplant.

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