IAB: Eine halbe Million Arbeitslose älter als 55 Jahre

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rückt die Bedürfnisse älterer Arbeitsloser in den Fokus. Rund eine halbe Million Arbeitslose sind demnach 55 Jahre und älter. Darüber hinaus sei der Wiedereinstieg in Arbeit nach Arbeitslosigkeit mit zunehmendem Alter immer schwieriger: Wenn bei den 47- bis 49-Jährigen nach zwei Jahren ca. 80 Prozent wieder in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind, ist das bei den 61- und 62-Jährigen nur noch bei weniger als 15 Prozent der Fall. Die Ursachen für die Altersarbeitslosigkeit liegen laut IAB, welches zahlreiche Experteninterviews mit Vermittlern der Arbeitsagenturen geführt hat, in gesundheitlichen Einschränkungen, zu geringe oder veraltete EDV-Kenntnisse und Vorbehalte von Arbeitgebern.

Verbesserungsvorschläge der Vermittler

Eine intensivere Betreuung, spezielle Beratungs- und Förderangebote für Ältere und mehr Marketingkampagnen und Messen mit dem Schwerpunkt Ältere seien erforderlich, so die Vermittlungsexperten. Ferner wünschen sich die Vermittlungsfachkräfte der Arbeitsagenturen mehr Angebotsmöglichkeiten speziell für ältere Arbeitslose ähnlich der bereits existierenden Eingliederungszuschüsse (EGZ) für Unternehmen. Neun von zehn der Befragten wünschen sich somit mehr Ressourcen und arbeitsmarktpolitische Instrumente.

Neben längerer Betreuungszeiten und der Ausweitung der Beratungs- und Finanzierungsangebote für Ältere müssten diese Themen vermehrt auch Einzug in die öffentliche Wahrnehmung nehmen: „Um einem der schwerwiegendsten Vermittlungshemmnisse Älterer entgegenzuwirken – nämlich den Vorbehalten der Unternehmen gegen ältere Arbeitskräfte – würden sich knapp zwei Drittel der Vermittlungsfachkräfte mehr überregionale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Marketingkampagnen oder Messen mit dem Schwerpunkt Ältere wünschen“, erklärt die IAB-Forscherin Pia Homrighausen.

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