BAP-Veranstaltungsreihe »Dialog vor Ort« in Leipzig: Digitalisierung – Revolution oder Evolution?

»Dialog vor Ort« in Leipzig

(v. l. n. r.) Christian Baudis, Thomas Hetz, Dr. Oliver Stettes, Tanja Samrotzki, Sebastian Lazay und Frank Lochau, Fotograf: Philipp Kirschner

Wie wird sich die Digitalisierung auf die Arbeitswelt auswirken – revolutionär oder evolutionär? Diese Frage wurde gestern beim »Dialog vor Ort« in Leipzig, zu dem der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) eingeladen hatte, lebhaft diskutiert. Die Meinungen von Christian Baudis, ehemaliger Google-Deutschlandchef, und Arbeitsmarktforscher Dr. Oliver Stettes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) gehen weit auseinander.

Für Christian Baudis hat die Digitalisierung ganz klar revolutionäre Auswirkungen auf Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Die Innovationen kommen, so Baudis, aus den USA und werden in Asien umgesetzt. Aufgrund der starren Arbeitsmarktregelungen hinke Deutschland beim digitalen Wandel hinterher. Arbeitsmarktforscher Dr. Oliver Stettes hingegen ist davon überzeugt, dass sich der Prozess der Digitalisierung am Arbeitsmarkt nur schleichend vollzieht. So sei die Digitalisierung vielmehr eine Gestaltungsaufgabe. Arbeitsplätze und Berufe werden sich verändern und die wesentliche Herausforderung für Arbeitgeber liege darin, ihre Mitarbeiter darauf vorzubereiten. So werden beispielsweise die kommunikativen Kompetenzen von Mitarbeitern eine zunehmende Rolle spielen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten die Unternehmensvertreter Frank Lochau, Geschäftsführer ProCopter GmbH, und Sebastian Lazay, Geschäftsführer der Extra-Personalservice GmbH und BAP-Präsident, über die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung für die Wirtschaft und Personaldienstleistungsbranche. Mit seinem Startup-Unternehmen liefert Lochau beispielsweise per Drohne tagaktuelle, geografische Daten aus der Luft, die als ideale Planungsgrundlage zum Berechnen von Strecken oder Flächen dienen. Für die Umsetzung solcher Projekte sei der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern häufig projektbezogen. Um genau solche Bedarfe abzudecken, bieten Personaldienstleister das fachliche Know-how. Denn diese kennen sich, so Lazay, mit flexibler Personalplanung bestens aus und eröffnet Menschen mit Flexibilitätsansprüchen neue Perspektiven. In seinem Unternehmen laufen die administrativen Prozesse bereits alle über eine Cloud und das Büro sei nahezu papierlos. Allerdings werden diese Prozesse durch die schlechte digitale Infrastruktur häufig ausgebremst. Hier habe die Politik den Zug zur Vorbereitung auf die Digitalisierung verpasst, sagt Lazay.

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Gesa Kok
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