11. VBG-Branchentreff Zeitarbeit

Bedeutende Fortschritte bei Arbeitssicherheit und –schutz in der Zeitarbeit

Bereits zum 11. Mal lud die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) am vergangenen Donnerstag zum Branchentreff Zeitarbeit nach Duisburg. Unter dem Motto „Wirtschaftsfaktor Zeitarbeit – Erwartungen, Spielräume und Möglichkeiten“ diskutierten Vertreter der Branche, der Politik und des DGB NRW.

Beim Podiumsgespräch stand vor allem Arbeitssicherheit und –schutz in der Zeitarbeit im Mittelpunkt. Der ewige Vorwurf, dass Zeitarbeit krank mache, sei falsch und entspreche längst nicht mehr den Tatsachen betonte  BAP-Hauptgeschäftsführer Thomas Hetz.  Das Thema Arbeitssicherheit und -schutz haben beim BAP immer eine große Rolle gespielt. Schließlich sei der langjährige BAP-Präsident Volker Enkerts auch alternierender Vorsitzender der VBG und seit Ende November 2017 ebenfalls Vorstandsvorsitzender der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V.). „Damit vertritt erstmalig ein Zeitarbeitsrepräsentant die Arbeitgeberinteressen in dem höchsten Gremium eines deutschen Sozialversicherungszweiges. Das ist ein großartiger Erfolg für die gesamte Branche und zeigt, dass wir als Branche auch bei diesen wichtigen Themen inzwischen anerkannt sind“, erklärte Hetz. Darüber hinaus sprechen die Zahlen eine eindeutige Sprache: So ist die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Versicherte von 38,9 im Jahr 2001 auf 24,3 im Jahr 2016 zurückgegangen. Bei den Wegeunfällen je 1.000 Versicherte ist ein Rückgang von 8,2 im Jahr 2001 auf 4,8 im Jahr 2016 zu verzeichnen. „Das zeigt, dass unsere Branche in den vergangenen Jahren spürbare Fortschritte beim Thema Arbeitssicherheit gemacht hat.“ Dennoch, so erklärt Hetz, liege die Branche bei Arbeitsunfällen leicht über dem Durchschnitt von 21,89 im Jahr 2016. Hetz wies in diesem Zusammenhang auf einige Spezifika in der Zeitarbeit hin: Nach neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit  ist der Anteil Geringqualifizierter mit 24,25 Prozent in der Zeitarbeit am größten. Darüber hinaus werden überdurchschnittlich viele Tätigkeiten im industriellen und gewerblichen Bereich ausgeübt, wo mit knapp 78 Prozent  im Jahr 2016 die meisten Unfälle passiert sind. Angesichts der gewaltigen Integrationsleistung der Zeitarbeit wies Hetz auf die besondere Herausforderung beim Thema Arbeitssicherheit und –schutz im Umgang mit Geflüchteten hin: „Häufige Sprachbarrieren erschweren eine Sicherheitsunterweisung oder erfordern die Unterstützung von Dolmetschern. Das ist ein enormer Aufwand, denn Personaldienstleister haben den größten Anteil an der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Mehr als jede vierte Beschäftigungsaufnahme von Arbeitslosen aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern erfolgt in die Zeitarbeit“, so Hetz.


Auch zum Thema Krankenstände in der Zeitarbeit erklärte der BAP-Hauptgeschäftsführer, dass diese Zahlen in Relation zum Gesamtmarkt betrachten werden müssen. Denn auch hier liegen die Zahlen der Krankheitstage nicht nur in dem Beschäftigungsverhältnis Zeitarbeit begründet, sondern darin, dass die in der Zeitarbeitsbranche vermittelten Tätigkeiten zu einem großen Teil körperlich schwere Arbeiten sind. „Es ist sehr bedauerlich, dass die Ergebnisse von Studien immer wieder dramatisiert und überzeichnet werden. Aber wie ich schon im letzten Jahr erklärt habe, weisen Zeitarbeitnehmer nach einem Bericht der Bundesregierung weniger Fehlzeiten auf als Beschäftigte außerhalb der Branche. Demnach waren Zeitarbeitnehmer im Jahr 2016 mit 18,4 Tagen etwas weniger krank als Arbeitnehmer außerhalb der Leiharbeit mit 18,9 Tagen.“ Damit sei nun endlich das Vorurteil widerlegt, dass Zeitarbeit krank mache, was häufig als Argument für weitere Einschränkungen der Branche herangezogen wird.

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Gesa Kok
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