IW Köln: Fachkräftesicherung durch Zuzug aus Osteuropa

Die Zuwanderung aus den neuen EU-Mitgliedsländern hat in den letzten Jahren einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus diesen Ländern ist zwischen Januar 2010 und Mai 2017 von 254.000 Personen auf 1,14 Millionen gestiegen. Gleichzeitig verringerte sich die Arbeitslosenquote osteuropäischer EU-Bürger von 15,2 auf 8,3 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt ein aktueller Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln). So stellt der Autor Wido Geis fest, dass „die mit der EU-Osterweiterung einhergehende Arbeitnehmerfreizügigkeit aufgrund des starken Wohlstandsgefälles zwischen West- und Osteuropa sehr kritisch gesehen“ wurde. Auch aus diesem Grund hat Deutschland den in den Beitrittsverhandlungen ausgehandelten Zeitraum von sieben Jahren, für den die alten EU-Mitgliedsländer den Arbeitsmarktzugang für Bürger der neuen osteuropäischen Mitgliedsländer nach dem Beitritt noch beschränken durften, voll ausgeschöpft.

Die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt jetzt für Personen aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, der Slowakei und Tschechien seit dem 1. Mai 2011, für Personen aus Bulgarien und Rumänien seit dem 1. Januar 2014 und für Kroaten seit dem 1. Juli 2015. Seit dieser Zeit kamen sehr viele Personen aus den genannten osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten auf den deutschen Arbeitsmarkt. Im Januar 2010 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit der Staatsangehörigkeit eines der elf Länder noch bei 254.000; im Mai 2017 waren es viermal so viele (1,14 Millionen). Dabei bilden die Polen mit 379.000 Beschäftigten aus den osteuropäischen EU-Ländern die größte Einzelgruppe, gefolgt von den Rumänen mit 285.000, den Kroaten mit 155.000, den Bulgaren mit 104.000 und den Ungarn mit 96.000 Beschäftigten.

Viele der Zuwanderer aus den osteuropäischen EU-Mitgliedsländern befinden sich in Fachkräftepositionen. Es arbeiteten im Januar 2017 rund 458.000 Personen aus den elf Ländern auf Arbeitsplätzen, die einen beruflichen Abschluss vorrausetzen, 42.000 Personen in Spezialisten-Tätigkeiten, für die ein Meister- oder ein Bachelorabschluss benötigt wird, und 52.000 in Expertentätigkeiten, die in der Regel ein mindestens vierjähriges Hochschulstudium bedingen. „Insgesamt zeigen die vorliegenden Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, dass die Integration der Zuwanderer aus den neuen EU-Mitgliedsländern in den deutschen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren sehr gut gelungen ist und diese einen substanziellen Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet haben“, lautet ein Fazit des Kurzberichtes.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

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