Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze auf Rekordhöhe

Laut des am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten Berufsbildungsberichtes 2015 schlossen 2014 rund 522.200 junge Leute einen Ausbildungsvertrag ab. Dagegen gab es 2007 mit knapp 626.000 Lehrverträgen noch über 100.000 mehr junge Menschen, die den Weg einer dualen Berufsausbildung wählten. Rechnerisch standen nach Angaben der Bundesregierung 100 ausbildungswilligen Jugendlichen 103 Lehrstellenangebote gegenüber. Den erneuten Rückgang der Lehrverträge um 1,4 Prozent führt die Bundesregierung auf weniger Schulabgänger und die höhere Neigung zum Studium zurück, aber auch auf die zunehmenden Probleme der Unternehmen, geeignete Bewerber für ihre Lehrstellen zu finden. So erreichte die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze im langjährigen Vergleich mit 37.100 im Jahr 2014 einen neuen Höchststand. Aus diesem Grund zögen sich vor allem kleine Unternehmen resigniert vom Ausbildungsmarkt zurück. Gleichzeitig hebt der Bundesbildungsbericht aber hervor, dass Deutschland mit 7,4 Prozent „die mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich mit anderen Staaten der Europäischen Union“ hat.

Die Arbeitgeber erklärten, für Unternehmen werde es immer schwieriger, ihren Fachkräftenachwuchs zu sichern. Die Zahl der Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss sei in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel zurückgegangen. Die Zahl der Ausbildungsverträge sank dagegen im gleichen Zeitraum nur um rund sechs Prozent. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) wies darauf hin, dass 2014 zehn Prozent mehr Ausbildungsplätze unbesetzt blieben als noch im Jahr davor. „Das siebte Jahr in Folge gab es mehr unbesetzte Lehrstellen als unversorgte Bewerber.“

Zugleich mache der Trend zu einer akademischen Ausbildung den Lehrbetrieben zu schaffen, schreibt „Die Welt“. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes hat die Studienanfängerquote im vergangenen Jahr mit 57,3 Prozent einen neuen Rekord erreicht. 2013 seien es noch 53,1 Prozent gewesen. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sieht dementsprechend Handlungsbedarf: „Wir müssen die Wertschätzung der dualen Ausbildung wieder erhöhen. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung muss in den Köpfen ankommen.“ Die Bundesregierung stellt deshalb ein 1,3 Milliarden Euro umfassendes Förderprogramm zur Verfügung, „um der betrieblichen Ausbildung in Deutschland auf die Sprünge zu helfen“, wie es in der „Berliner Zeitung“ heißt. „Diese Investition soll die hohe politische Priorität der Bundesregierung bezüglich der dualen Berufsausbildung unterstreichen.“

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