Volle Auftragsbücher im Handwerk

Während die Konjunktur in vielen Branchen schwächelt, sieht das Handwerk keine Krise. „Die Auftragsbücher sind voll, und die Umsätze steigen“, erklärt der Generalsekretär des Zentralverbands des deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwanecke, in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. Unter der Überschrift „Das deutsche Handwerk strotzt vor Kraft“ heißt es dort, auch für die Zukunft bleibe das Handwerk optimistisch und wolle sogar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Knapp 90 Prozent der Betriebe berichteten von „gleichbleibenden oder besseren Geschäften“, nur jeder Zehnte von einer schlechteren Entwicklung, ergab der Konjunkturbericht zum 3. Quartal. Der ZDH rechne unverändert mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent in 2014 und 25.000 neuen Stellen. Diese Zahlen stehen im Gegensatz zu den Prognosen der großen Wirtschaftsforschungsinstitute und der Bundesregierung, die nur noch ein Wachstum von 1,3 Prozent erwarten.

Die Hauptimpulse für die gute Konjunktur im Handwerk liefern die gewachsene Konsumnachfrage im Inland und der Wohnungsbau: „Stabile Beschäftigung, niedrige Zinsen, steigende Einkommen – dieser Dreiklang belebt weiter den Konsum“, sagt Schwannecke. Davon profitierten die Lebensmittelhandwerke und auch die persönlichen Dienstleister wie Friseure. Viele Betriebe setzten auf nochmals steigende Umsätze im Weihnachtsgeschäft. Das Handwerk im Gesundheitsbereich wiederum wächst dem Konjunkturbericht zufolge dank des zusätzlichen Bedarfs einer alternden Gesellschaft. Im Kraftfahrzeughandwerk habe sich die Lage stabilisiert. Die Zulieferer für die Industrie meldeten „steigende Betriebsauslastung und weiterhin gute Auftragsreichweiten.“

Auch dem Bau geht es gut, berichtet die „Die Welt“, vor allem dank des privaten Wohnungsbaus sowie der florierenden Modernisierung und Sanierung. 78 Prozent der Betriebe berichteten von unveränderten oder gestiegenen Auftragsbeständen. Auch für 2015 erwartet der Wirtschaftszweig eine „weiterhin positive Geschäftsentwicklung“. Allerdings, so gab der ZDH-Generelsekretär  zu bedenken, werde die schwächelnde gesamtwirtschaftliche Konjunktur wohl auch im Handwerk Spuren hinterlassen. Dennoch dürften die Umsätze um 1,5 Prozent steigen. Dies werde auch positive Auswirkungen auf die Beschäftigung haben.

Schwanecke warnt jedoch, dass die gute Konjunktur „kein Selbstläufer“ sei. Er warf der Bundesregierung vor, nichts zu dem Wachstum beigetragen zu haben. Im Gegenteil, durch hohe Ausgaben für „soziale Wohltaten“ setze die große Koalition die Zukunftsfähigkeit des Landes aufs Spiel, heißt es im Interview. „Das Geld wird mit vollen Händen ausgegeben und mit den Milliardenbelastungen der Rentenkasse eine schwere Bürde für die Zukunft geschaffen“, klagt der ZDH-Generelsekretär. Die angekündigte Senkung des Rentenbeitragssatzes um 0,2 Prozentpunkte kompensiere lediglich den Anstieg des Beitragssatzes in der Pflegeversicherung. Der ZDH fordert steuerliche Anreize für Investitionen in die Energieeffizienz und die Abschaffung der „kalten Progression“. Schwanecke warnt außerdem vor weiteren Regulierungen am Arbeitsmarkt, etwa bei Zeitarbeit oder Werkverträgen.

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Doris Droste
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