Studien zur Flüchtlingsintegration kommen zu verschiedenen Ergebnissen

Die Prognosen aus der Wissenschaft zum Gelingen der Flüchtlingsintegration in Deutschland gehen weit auseinander. Während die einen die Zuwanderung als Chance sehen, um beispielsweise neue Arbeitsplätze zu schaffen oder dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, warnen andere vor deren Risiken. So könnten die Kosten für den deutschen Steuerzahler in die Milliardenhöhe steigen, sollte die Integration – vor allem in den Arbeitsmarkt – scheitern. Zu diesen Ergebnissen kommen verschiedene Studien, über die „Die „Welt“ berichtet.

Forscher einer Studie der London School of Economics (LSE) kommen zu dem Schluss, dass „jeder Euro, den die Staaten für (…) Unterbringung und Integration [der Flüchtlinge] ausgeben, (…) innerhalb von fünf Jahren 100 Prozent Rendite“ bringen könnte. Die Aufnahme von Flüchtlingen zahle sich demnach für die europäischen Volkswirtschaften aus. Die Gründung neuer Unternehmen und neuer Arbeitsplätze sowie eine erhöhte Produktivität und steigende Löhne wären die Folge. Voraussetzung sei jedoch eine erfolgreiche Integration der Flüchtlinge in Arbeitsmarkt und Gesellschaft. Sollte dies nicht gelingen, würden dem deutschen Staat in „einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten insgesamt bis zu 400 Milliarden Euro“ an Kosten entstehen. Dies ermittelten Forscher einer Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung. „Dies ist demnach der Fall, wenn die Flüchtlinge erst in 20 Jahren voll in den Arbeitsmarkt integriert sind und lediglich die Leistungskraft von Einheimischen mit einer geringen Qualifikation erreichen“, heißt es in der „Welt“. Im entgegengesetzten Fall – also bei erfolgreicher Integration der Zuwanderer – könnte der deutsche Staat allerdings „von zusätzlichen Staatseinnahmen in Höhe von 20 Milliarden Euro“ profitieren.

Ein eher pessimistisches Bild vom Flüchtlingszuzug zeichnen jedoch die Forscher des Instituts für Arbeit und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA). Die Forscher prognostizieren, dass die „Flüchtlingszuwanderung“ mittelfristig „negative ökonomische Effekte“ mit sich bringe. Demnach sei mit einem sinkenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf und einer steigenden Erwerbslosenquote zu rechnen. Daher sprechen sich die IAB-Forscher dafür aus, Qualifizierungsmaßnahmen und Sprachschulungen in höherer Zahl anzubieten sowie den Zugang zum Arbeitsmarkt zu verbessern. „Wenn man hier nichts tut, dann wird die Flüchtlingszuwanderung auch langfristig negative Effekte haben“, wird Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs „Prognosen und Strukturanalysen“, in der „Welt“ zitiert.

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Doris Droste
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