OECD-Studie: Höhe des Mindestlohns entscheidend für Überwindung der Armutsgrenze

In 22 von 28 EU-Staaten gilt ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn. Weltweit führten ihn drei von vier OECD-Staaten ein – insgesamt 26 von 34 Länder. Allerdings bestehen große Unterschiede zwischen den  Lohnhöhen in den einzelnen Staaten. Um nicht unterhalb der relativen Armutsgrenze zu liegen, müssten Beschäftigte in einigen Ländern deshalb deutlich mehr als 40 Arbeitsstunden pro Woche leisten, berichtet „Zeit online“ und bezieht sich dabei auf eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Studie.

Besonders schwer hatten es der OECD-Untersuchung zufolge Alleinerziehende mit zwei Kindern in Tschechien. Diese müssten 79 Stunden „zu dem im Land bezahlten Mindestlohn arbeiten, um aus der Armut zu kommen“, heißt es dazu bei „Zeit online“. Auch in Estland mit 60 Wochenarbeitsstunden, Griechenland mit 59 Wochenarbeitsstunden und Spanien mit 58 Wochenarbeitsstunden müssen Alleinerziehende mehr Wochenarbeitsstunden leisten. „Am anderen Ende der Skala liegen Länder wie Großbritannien, Neuseeland und Deutschland. Dort reichen der Alleinerziehenden weniger als 30 Stunden Arbeit zum jeweiligen Mindestlohn, um zumindest über der Armutsgrenze zu liegen“, so die Zeitung weiter. So sind es in Großbritannien 16 Wochenarbeitsstunden und in Deutschland 28. In Frankreich mit 32 Wochenarbeitsstunden, den Niederlanden mit 33 Wochenarbeitsstunden, Belgien mit 32 Wochenarbeitsstunden und Kanada mit 38 Wochenarbeitsstunden liegt die Arbeitszeit im Fall der Alleinerziehenden zwischen 30 und 40 Stunden in der Woche. In Dänemark, Finnland, Italien, Österreich, Schweden und Zypern existiert bislang kein branchenübergreifender gesetzlicher Mindestlohn.

Die starken Unterschiede liegen den OECD-Forschern zufolge in der Höhe des Mindestlohns begründet. Dieser ist in einigen Ländern zu niedrig, um Familien ein Leben oberhalb der relativen Armutsgrenze zu ermöglichen. In Tschechien beispielsweise liegt der Mindestlohn bei zwei Euro. Sofern Menschen über weniger als die Hälfte des Netto-Median-Einkommens  – also des mittleren Einkommens nach Abzug von Steuern und Abgaben – verfügen, gelten sie als arm.

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Doris Droste
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