OECD-Studie: Digitalisierung bedroht Arbeitsplätze

Rund jeder zehnte Arbeitsplatz in mehr als 20 untersuchten Staaten wird von der Digitalisierung betroffen sein. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Auftrag gegebenen länderübergreifenden Studie. In Deutschland sei der Anteil der bedrohten Arbeitsplätze jedoch besonders groß, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Für rund zwölf Prozent der deutschen Arbeitnehmer sei das Risiko in Folge der Digitalisierung der Wirtschaft arbeitslos zu werden, besonders hoch. Damit hat Deutschland neben Österreich und Spanien den höchsten Anteil bedrohter Arbeitsplätze. In Korea, Estland und Finnland liege dieser hingegen nur bei sechs Prozent. „Betroffen sind in allen Ländern vor allem die Geringqualifizierten“, erläutert Ulrich Ziehran, einer der Studienautoren, in der FAZ. Durch Roboter ersetzt zu werden, drohe jedoch auch Beschäftigten „mit einer mittleren Ausbildung und einem hohen Anteil von Routinetätigkeiten“. Für die unterschiedlichen Ergebnisse in den Ländern finden die ZEW-Forscher eine einfache Erklärung: In Korea lägen beispielsweise die Privatausgaben für Schulbildung deutlich höher als in anderen Ländern. „Und auch der Stand der Technologie, vor allem die bisherigen Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien, bestimmt das künftige Automatisierungspotenzial“, heißt es in der „Welt“. Nicht zuletzt hätten die Ausgaben der Länder für die technologische Infrastruktur Einfluss auf den Erhalt von Arbeitsplätzen. Während skandinavische Länder deutlich mehr in den Ausbau schneller Netze investierten, läge Deutschland den ZEW-Forschern  zufolge damit noch immer zurück.

„Die Ökonomen weisen allerdings darauf hin, dass ein hohes Automatisierungspotenzial nicht zwangsläufig zum Verlust des Jobs führen muss“, schreibt die „Welt“ weiter. So gäbe es in den einzelnen Ländern rechtliche und gesellschaftliche Hürden, denen die Postzustellung durch Drohnen oder derEinsatz von Pflegerobotern entgegenstehen. Daher müsse der Fokus vermehrt darauf liegen, wie Arbeit künftig organisiert werde. OECD-Mitarbeiterin Monika Queisser schlussfolgert daher „mehr Weiterbildung, gerade für Geringqualifizierte“, so die FAZ.

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Doris Droste
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