„Nicht das Normalarbeitsverhältnis schrumpft, sondern die atypische Beschäftigung“

Mit der Meldung, dass Beschäftigungsformen wie Teilzeit, Befristung, Minijob und Zeitarbeit um mehr als 70 Prozent gestiegen seien, wurde der Eindruck erweckt, dass die sogenannte „atypische Beschäftigung“ das Normalarbeitsverhältnis immer stärker verdrängen würde. Einem Faktencheck hält diese „Schreckensnachricht“ allerdings nicht stand. Die Tageszeitung „Die Welt“ hat sich die Zahlen genauer angesehen und kommt dabei zu dem eindeutigen Ergebnis: „Nicht das Normalarbeitsverhältnis schrumpft, sondern die atypische Beschäftigung.“

Als Beleg für diese Aussage führt die Zeitung Zahlen des Statistischen Bundesamtes an. Danach nahmen von 2012 auf 2013 befristete Stellen um 4,4 Prozent ab, die geringfügig Beschäftigung ging um 1,8 Prozent zurück und die Zahl der Zeitarbeitnehmer sank sogar um 5,3 Prozent. Nur die Teilzeitbeschäftigung stieg leicht um 0,6 Prozent. Die Meldung beschreibe also „keinen aktuellen Trend. In den vergangenen Jahren ist die atypische Beschäftigung nicht gestiegen – sondern gesunken. Im Jahr 2007 lag die Zahl der Betroffenen noch höher als heute: Damals waren es 7,68 Millionen Menschen“, so „Die Welt“. Dies zeigt sich auch an der Quote von „atypischen“ Beschäftigungsverhältnissen an allen Arbeitsplätzen. Aktuell liegt dieser Anteil  bei 21,4 Prozent und damit ungefähr auf dem Niveau von 21,2 Prozent aus dem Jahr 2003.

Von einem „Auslaufmodell Normalarbeitsverhältnis“ könne ohnehin nicht die Rede sein. Zwar sei die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse zwischen 1991 bis zur Einführung von Hartz IV 2005 um 4,8 Millionen auf 22,2 Millionen zurückgegangen, aber seitdem steige sie wieder und zwar auf 24 Millionen im Jahr 2013. „Im vergangenen Jahr kamen noch einmal 500.000 sozialversicherungspflichtige Stellen hinzu, vor allem in Vollzeit. Zwei Drittel der Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren sind damit ‚normal‘ beschäftigt – nach einem ‚Auslaufmodell Normalarbeitsverhältnis‘ sieht das nicht aus“, betont „Die Welt“.

Zeitarbeitsverhältnisse machen den kleinsten Teil der von Statistikern als „atypisch“ bezeichneten Arbeitsplätze aus. Während es 2013 nach Angaben der „Welt“ etwa fünf Millionen Teilzeitkräfte und knapp 2,5 Millionen befristet Beschäftigte gab, lag die Zahl der Zeitarbeitnehmer laut offizieller Statistik der Bundesagentur für Arbeit im Jahresdurchschnitt bei gerade einmal 838.820. Damit erreichte die Zeitarbeit eine Quote von 2,0 Prozent an allen Erwerbstätigen. Diese Quote war auch in den Jahren 2011 und 2012 mit 2,2 Prozent sowie im ersten Halbjahr 2014 mit 2,1 Prozent kaum höher. Diese Daten zeigen eindrücklich, dass Zeitarbeit definitiv kein Massenphänomen ist.

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Doris Droste
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