Langzeitarbeitslosigkeit: Arbeitgeber nehmen Regierung in die Pflicht

Um Geringqualifizierte und Migranten besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren, spielt die deutsche Wirtschaft den Ball an die Bundesregierung. Mit einem heute in der „Welt“ beschriebenen „15-Punkte-Programm“ schlägt die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) Instrumente vor, um Langzeitarbeitslose gezielter zu fördern.

Trotz der kontinuierlichen Zunahme an Arbeitsplätzen in den vergangenen Jahren bleibt die Langzeitarbeitslosigkeit hierzulande stabil. Über eine Million Menschen sind in Deutschland mehr als ein Jahr beschäftigungslos, heißt es in der „Welt“. Man könne davon ausgehen, dass  400.000 von ihnen erhebliche Vermittlungshemmnisse haben – Krankheits- oder Suchtprobleme, Überschuldungen, Sprach- und Bildungsdefizite mindern die Chance auf einen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gegensteuern möchte die Wirtschaft mit einem „neuen Mix von Maßnahmen zum Fördern und Fordern“, schreibt „Die Welt“. Hierfür sollen Langzeitarbeitslose stärker finanziell unterstützt werden, die für einen Job in eine andere Stadt ziehen würden. Außerdem solle jeder Erwerbstätige mit mangelnden Sprachkenntnissen einen Anspruch auf berufsbezogenen Deutschunterricht erlangen. Die Finanzierung solle über den Bund aus Steuermitteln erfolgen. Damit nimmt die Wirtschaft die Politik beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit in die Pflicht.

Gleichzeitig kritisieren die Arbeitgeber einige arbeitsmarktpolitische Vorhaben der Bundesregierung: Durch die von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles geplante Ausweitung öffentlich geförderter Beschäftigung würde die: „Arbeitslosigkeit […] nicht nur nicht verringert, sondern mitunter sogar verfestigt“, heißt es in dem BDA-Papier. Auch warnen die Arbeitgeber davor, flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit oder befristete Arbeitsverhältnisse strenger zu regulieren: „Diese Beschäftigungschancen sind durch die im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben gefährdet“, so die Arbeitgeber. Die geplanten Re-Regulierungen in der Zeitarbeit hinsichtlich der Höchstüberlassungsdauer und der Entlohnung würden den Einsatz von Zeitarbeit unnötig erschweren und die Schwächsten am Arbeitsmarkt treffen.

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Doris Droste
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