IW-Studie: Produktivität im Osten unverändert niedriger

In einer Studie zum Aufbau Ost kommt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zu dem Ergebnis, dass die Ost-West-Angleichung „anhaltende, aber langsame Fortschritte“ macht. Der IW-Einheitsindex, der sieben Indikatoren umfasst, dokumentiert zum Beispiel eine gut ausgebaute Infrastruktur der neuen Bundesländer und eine anhaltend sinkende Arbeitslosenquote im einstelligen Bereich. Laut IW-Einheitsindex hat sich die Wirtschaftsstruktur weiter an den westdeutschen Stand angenähert. Die Industrie trage inzwischen über 17 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Unverändert problematisch sei allerdings die Wirtschaftsleistung, heißt es in der Studie „25 Jahre nach dem Mauerfall – Bilanz und Herausforderungen“ des Kölner Instituts. „Die Produktivität des eingesetzten Kapitals und der Arbeitskräfte bleibt hartnäckig hinter dem westdeutschen Wert zurück, obwohl die Investitionsbeihilfen die Wirtschaftsleistung befördert haben. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner bleibt unter 70 Prozent des westdeutschen Niveaus und die Konvergenz stockt. Es fehlen Großunternehmen, Firmenzentralen und wirtschaftsstarke Ballungsräume“, so die Ökonomen des IW.

Der Studie zufolge pendelten sich die Arbeitskosten im Jahr 2013 bei 78 Prozent des westdeutschen Werts ein. Die Arbeitsproduktivität gemessen anhand der nominalen Wertschöpfung je Erwerbstätigen habe einen kontinuierlichen Anstieg von 35 Prozent des westdeutschen Niveaus 1991 auf 76 Prozent im Jahr 2013 ergeben. Zuletzt sei der Anstieg aber sehr schwach ausgefallen. Die Lohnstückkosten lägen weiterhin geringfügig über dem Westniveau. Das IW geht davon aus, dass sich die Situation mit der Einführung eines Mindestlohns  2015 verschärfen wird: Der Mindestlohn werde „für die ostdeutschen Lohnkosten zusätzlich treibend wirken, da hier ein weit größerer Anteil der Beschäftigten – rund 22 Prozent gegenüber 12 Prozent in den alten Ländern – betroffen sein wird“, so das IW.

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Doris Droste
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