IW Köln: Nachfrage zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse steigt

Einer aktuellen Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) zufolge nutzen immer mehr Menschen das 2012 eingeführte Verfahren zur Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse. Demnach wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 63.000 Anträge gestellt. 2015 wurden davon 22.400 Anträge bearbeitet und 17.000 Antragsteller erhielten einen Bescheid über den Ausgang ihres Verfahrens. Damit ist das deutsche Anerkennungsverfahren dem Institut zufolge „nicht nur ein Instrument zur Fachkräftesicherung, sondern es trägt auch dazu bei, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren“.

Gleichzeitig stieg auch die Quote positiv beschiedener Anträge: „Im vergangenen Jahr wurden 10 Prozent mehr Abschlüsse als voll gleichwertig mit den deutschen Pendants anerkannt als im Jahre 2014; bei den als eingeschränkt gleichwertig eingestuften Abschlüssen beträgt das Plus sogar 44 Prozent“, schreibt das IW Köln. Nur 2,6 Prozent der Anträge wurden dagegen abgelehnt. Den größten Anteil unter den Antragstellern bildeten Rumänen, gefolgt von Polen und Bürgern aus Bosnien und Herzegowina. Die siebtgrößte Gruppe waren Syrer. Laut IW Köln wurden zuletzt „mehr als 70 Prozent der syrischen Berufsabschlüsse - zumeist handelt es sich um ärztliche Qualifikationen – als voll gleichwertig mit den deutschen Abschlüssen eingestuft“.

Wie das IW Köln weiter mitteilt, hatte der Großteil der Antragsteller einen medizinischen Gesundheitsberuf erlernt und war vor allem als Arzt, Krankenpfleger oder Physiotherapeut tätig. „Rund ein Viertel der Antragsteller strebt eine Anerkennung für einen dualen Ausbildungsberuf an“, heißt es weiter, worunter hauptsächlich „ausländische Abschlüsse als Elektroniker, Kraftfahrzeugmechaniker und Elektroanlagenmonteur“ zählen. Für diese Berufe verzeichnete das Institut eine relativ hohe Anerkennungsquote. Dieser Aspekt kommt dem IW Köln zufolge wiederum der deutschen Wirtschaft zugute, da in allen drei Ausbildungsberufen hierzulande ein Fachkräfteengpass herrscht.

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