IW Köln: Mittelstand zögerlich bei Digitalisierung

Einer gemeinsamen und aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln und der IW Consult zufolge, halten sich Unternehmen des Mittelstands in Deutschland bislang deutlich zurück, wenn es um den Einsatz technischer Neuerungen geht. Die mittelständischen Unternehmen, vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, zögern, da oftmals Unklarheit über die Wertschöpfungspotenziale und anderer Vorteile der Digitalisierung herrscht.

„90 Prozent der Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern und zwei Drittel der Betriebe mit 20 bis 99 Beschäftigten erreichen lediglich die unterste Kompetenzstufe – und sind damit quasi Zuschauer des Digitalisierungsgeschehens“, schreiben die IW-Forscher auf ihrer Website. Ähnliches trifft auch auf größere Unternehmen zu, von denen keines die „höchste Digitalisierungsstufe“ erziele und daher laut IW Köln auch nicht „digitaler Vorreiter“ sei. Das Institut kam weiterhin zu dem Ergebnis, dass jeweils 50 Prozent der befragten Unternehmen vor allem die Datensicherheit sowie hohe Kosten als Hindernis nannten, Digitalisierungsprozesse im Unternehmen voranzutreiben. 44,7 Prozent der Unternehmen gaben zudem an, keinen Experten im Haus zu haben, die „das Know-how für komplexe Digitalisierungsvorhaben“ mitbrächten. „Weitere Hemmnisse sind fehlende Standards, die noch immer begrenzte Verfügbarkeit von Breitbandverbindungen und die als unsicher empfundenen rechtlichen Rahmenbedingungen“, schreibt das IW Köln weiter.

In den mittelständischen Betrieben fehle es an Aufklärung über Chancen, die die Digitalisierung bietet, teilt das IW Köln außerdem mit. So werde dem Institut zufolge unter diesen Bedingungen „zunächst abgewartet, statt hohe Investitionen anzustoßen – für die zudem aufgrund mangelnder Sicherheiten oft schlecht Bankkredite zu bekommen sind, wie eine aktuelle Untersuchung der Förderbank KfW zeigt“. Die Politik müsse daher dafür Sorge tragen, „zielgerichtetere Informationen“ und „mehr Beratungen durch die staatlichen Wirtschaftsfördereinrichtungen“ zur Verfügung zu stellen.

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Doris Droste
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