IW Köln: Fachkräftelücke in MINT-Berufen


Derzeit fehlen bundesweit in den so genannten MINT-Berufen - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - so viele Arbeitskräfte wie nie zuvor. Im Oktober 2016 gab es 212.000 offene Stellen im MINT-Bereich, die nicht besetzt werden konnten, im Vorjahresvergleich ist das ein Plus von neun Prozent. Dies ist ein zentrales Ergebnis des vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) vorgestellten „MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der Zuwanderung“.

Der Report zeigt auf, dass insbesondere ausländische Arbeitskräfte einen großen Anteil daran haben, dass die Fachkräftelücke heute nicht noch größer ist. Während die Zahl der deutschen MINT-Akademiker zwischen Ende 2012 bis Anfang 2016 um zehn Prozent zugenommen hat, stieg die der beschäftigten MINT-Akademiker ausländischer Herkunft  um 36 Prozent. Hinsichtlich der Beschäftigungsdynamiken bei Meistern und Technikern ist der Unterschied noch gravierender: „Facharbeiterberufe würden ohne ausländisches Personal gar keine Beschäftigungsgewinne mehr verzeichnen“, melden die Statistiker.

Mit Blick auf die Verteilung ausländischer Fachkräfte auf die einzelnen Bundesländer wird deutlich, dass insbesondere diejenigen Bundesländer, die einen hohen Anteil an ausländischen Erwerbstätigen im MINT-Bereich aufweisen, eine bessere Prognose haben, die Lücke künftig schließen zum können. Problematisch könnte es für die ostdeutschen Bundesländer werden, die kaum ausländisch MINT-Arbeitskräfte vorweisen können und die die letzten fünf Plätze auf der Skala belegen, wohingegen Baden-Württemberg als Spitzenreiter oder das Saarland auf den vorderen Plätzen rangieren und kräftig davon profitieren.

Eine Verbesserung der Situation kann laut IW Köln eine gezielte Zuwanderungspolitik bringen, die diese Gegebenheiten berücksichtigt, so dass beispielsweise auch der Zuzug von Flüchtlingen vermehrt dem MINT-Arbeitsmarkt zugutekommt. „Bis 2020 könnten zwischen 24.000 und 40.000 Flüchtlinge einen Arbeitsplatz in einem MINT-Beruf besetzen. Das Personalproblem lässt sich allein mit ihnen aber nicht lösen.“, so die Experten des Instituts. Vielmehr bräuchte es eine gezielte Zuwanderungspolitik, die einen Anstieg der MINT-Erwerbstätigkeit insgesamt begünstigt.

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