IW Köln: Arbeitnehmer wechseln häufiger die Position

Die Fluktuation am Arbeitsmarkt wird immer größer. Durchschnittlich ein Drittel der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wurden im vergangenen Jahr neu besetzt oder beendet. Damit liegt die Wechselquote von Arbeitnehmern um fünf Prozent höher als im Jahr 2011. Dies geht aus einer bislang nicht veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hervor, über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet.

„Je besser der Arbeitsmarkt läuft und je niedriger die Arbeitslosigkeit ist, desto eher wagen Arbeitnehmer den Sprung in einen anderen Job“, kommentiert Holger Schäfer, Senior Economist beim IW Köln, die Studienergebnisse in der Zeitung. Unterschiede existieren jedoch in den einzelnen Branchen und Regionen. Hohe Fluktuationsraten zwischen 25 und 40 Prozent bestünden demnach im Handel, Erziehungswesen und beim Bau, die damit laut FAZ „in der Nähe des allgemeinen Durchschnitts“ liegen. Spitzenreiter sind die Branchen Landwirtschaft, Gastgewerbe sowie Information und Kommunikation, in denen „etwa zwei Drittel der Arbeitsplätze innerhalb eines Jahres neu besetzt“ werden. Gleiches gilt für die Zeitarbeit, wo auf jeden Arbeitsplatz „rein rechnerisch“ mehr als eine Neubesetzung entfällt. Laut Schäfer wechseln Beschäftigte in der Zeitarbeit jedoch häufig auf feste Positionen im Einsatzbetrieb. Geringer fallen die Quoten in der öffentlichen Verwaltung sowie im Banken- und Versicherungsgewerbe aus. In beiden Branchen werden „binnen Jahresfrist weniger als 15 Prozent der Stellen neu besetzt“, heißt es weiter. Gleiches gilt für den Industriesektor, wo lediglich 18 Prozent der Stellen neu besetzt werden.

Gleichzeitig spielt beim Arbeitsplatzwechsel die Qualifikation der Arbeitnehmer eine Rolle, schreibt die FAZ. Beschäftigte im Bankgewerbe, in der Industrie oder öffentlichen Verwaltung verfügen in der Regel über spezifisches Wissen und haben zugleich „attraktivere“ Lohn- und Arbeitsbedingungen. Diese Vergünstigungen würden mit einem Jobwechsel verloren gehen. „Neben der regionalen Arbeitsmarktlage hat daher auch die Wirtschaftsstruktur einen entscheidenden Einfluss auf die unterschiedlichen Fluktuationsraten in den Bundesländern“, fasst die Zeitung zusammen. Während Jobwechsel besonders häufig in den Stadtstaaten auftreten, liegt die Fluktuationsquote in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Baden-Württemberg und Hessen mit „weniger als 29 Prozent besonders niedrig“.

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Doris Droste
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