Integration in den Arbeitsmarkt: Projekte für Flüchtlinge oft nicht durchschaubar

Verwaltung, Verbände und Unternehmen agieren mit unterschiedlichen Maßnahmen, um Geflüchtete in Ausbildung und überhaupt in Arbeit zu bringen. Dies gestaltet sich in der Umsetzung oft schwierig, denn für die Flüchtlinge ist die Vielzahl der Projekte oftmals nicht durchschaubar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Sozialwissenschaftlers Matthias Knuth von der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, so berichtet es die „Frankfurter Rundschau“. „Die Konstruktion von Maßnahmen und Projekten spiegelt weniger die Bedarfe der Flüchtlinge als die Bedürfnisse der Akteure, Handlungs- und Kooperationsfähigkeit zu demonstrieren“, urteilt Knuth. Nicht nur die „sprachliche Barriere“ mache es den Geflüchteten schwer, sondern auch weitere Aspekte wie die Bleibeperspektive, die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts oder der Aufenthaltsstatus als Asylbewerber, Flüchtling oder „subsidiär Schutzberechtigter“. Der Vorsitzende der Deutschen Vereinigung für Sozialwissenschaftliche Arbeitsmarktforschung führte Interviews mit Trägern von Arbeitsmarkt-Maßnahmen, mit Unternehmen, einem Jobcenter und den Wohlfahrtsverbänden.

Besonderes Augenmerk müsse laut Knuth auch auf die Förderung von Frauen und älteren Geflüchteten gelegt werden. Diese hätten es am Arbeitsmarkt schwerer, z. B. mit 50 oder 55 Jahren würden die Chancen sinken, angestellt zu werden. Umso wichtiger sei es, jetzt Lösungen für sie zu finden, damit sie nicht zu Langzeitarbeitslosen würden.

Der Forscher schlägt laut „Frankfurter Rundschau“  ein Bundesprogramm „Arbeitsmarktintegration“ vor, das nicht nur für Flüchtlinge zugänglich sein soll, sondern für „alle Personen im Erwerbsalter mit Problemen des Arbeitsmarktzugangs“. Als Hauptbestandteil des Programms sieht Knuth eine „verlässliche Beratungs- und Betreuungsstruktur“ an, um Betroffenen bei ihrem Weg in den Arbeitsmarkt zu helfen.

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Doris Droste
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