Initiative Marktwirtschaft: Mehr Bildung und weniger Bürokratie nötig

Trotz Rekordbeschäftigung und Konjunkturaufschwung glauben 70 Prozent der Bevölkerung, dass die Politik Deutschland nicht ausreichend auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet. Große Defizite sehen die Bürger vor allem im Bildungssystem. Hier fordern 90 Prozent der Befragten höhere Investitionen und weniger Bürokratie. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Eine übermäßige Bürokratie ist nach Ansicht vieler Bürger ein Hemmnis, das die Entwicklung neuer Ideen und Produkte verhindert. 58 Prozent der Deutschen glauben, dass es mehr Innovationen gäbe, wenn weniger Vorschriften existierten und weniger staatlich geregelt werden würde als heute.

„Immerhin die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich selbst in seinem Alltag oft durch zu viele Vorschriften und Regulierungen eingeschränkt“, heißt es in der Studie, die Forsa und die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am Mittwoch vor der Presse vorgestellt haben. Der Vorsitzende des INSM-Kuratoriums, der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement warnte, Deutschland dürfe sich keine Reformpause leisten. Der Vorsitzende warf der großen Koalition eine "dramatisch zunehmende Regulierungswut" und eine Vernachlässigung des demografischen Wandels vor. Es sei zu bezweifeln, dass Deutschland auf diese Weise die künftigen Herausforderungen meistern werde. "Die Bevölkerung hat das sehr viel klarer erkannt als die Regierungskoalition", sagte der frühere SPD-Politiker: "Es sei höchste Zeit umzusteuern."

Die Umfrage macht deutlich, dass die soziale Marktwirtschaft, die Deutschland seit der Nachkriegszeit geprägt hat, unverändert Wertschätzung genieße: Knapp 90 Prozent finden demnach die Idee einer Gesellschaft gut, die marktwirtschaftliche Freiheit mit einem sozialen Ausgleich verbindet. Dass dabei das Erwirtschaften vor dem Verteilen kommt, sei für die meisten Deutschen selbstverständlich. So sieht eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent in einer starken Wirtschaft die entscheidende Voraussetzung für einen hohen Lebensstandard der Bevölkerung.

Laut Forsa-Studie überwiegt bei der Mehrheit der Bevölkerung trotz der seit fünf Jahren andauernden Euro-Krise weiterhin die positive Einstellung zur Europäischen Union. 67 Prozent der Bürger glauben, dass die EU der hiesigen Wirtschaft mehr Vorteile als Nachteile bringt. Als wichtig erachten die Befragten eine Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland, um die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu stärken. Zwei Drittel plädieren dafür, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, um Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Einzig AfD-Anhänger sehen das mehrheitlich anders.

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Doris Droste
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