Industrie 4.0 – viel Licht, aber auch Schatten für Arbeitsmarkt und Wirtschaft in Deutschland

Der Standort Deutschland wird von der der vernetzten Produktion unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ deutlich profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft The Boston Consulting Group (BCG), über die die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Die Autoren der Studie, Michael Rüßmann und Markus Lorenz, sind optimistisch, dass deutsche Unternehmen dabei eine zentrale Rolle spielen werden, insbesondere mit Blick auf die Maschinenbaubranche und ihre Spezialisten für Automatisierungstechnik und Sensorik. Die Experten erwarten durch die Digitalisierung innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 390.000 zusätzliche Arbeitsplätze. „Die menschenleere Fabrikhalle wird es nicht geben“, so die FAZ. Vielmehr müsse das Miteinander von Roboter und Mensch gelernt werden, betont BCG.

Die Studie macht allerdings auch deutlich, dass sich in Folge der Digitalisierung das Anforderungsprofil und damit die erforderliche Qualifikation der Mitarbeiter stark verändern werden. „Während einfache, unqualifizierte Tätigkeiten in der Produktion wegfallen, wird die Nachfrage nach Leuten mit IT-Kenntnissen deutlich steigen: weniger Gabelstaplerfahrer, dafür mehr Mechatroniker“, schreibt die FAZ. Denn in der Fertigung werde es künftig darum gehen, flexible und vernetzte Produktionsabläufe zu planen, zu simulieren und zu überwachen, sagten Rüßmann und Lorenz gegenüber der Zeitung. Die beiden Berater sehen daher große Herausforderungen für die Unternehmen, frühzeitig geeignete Mitarbeiter einzustellen und die vorhandene Belegschaft entsprechend weiterzubilden.

Laut BCG-Studie könnte sich die vernetzte Produktion in den nächsten Jahren als kleines Konjunkturprogramm erweisen. So werde auf Zehnjahressicht ein zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von einem Prozent, also rund 30 Milliarden Euro, erwartet. Dabei werde der Maschinenbau den größten Schub erhalten, gefolgt von dem Automotive-Sektor und der Lebensmittelindustrie. Allerdings sei Industrie 4.0 auch mit erheblichen Investitionen verbunden. In der Studie wird der zusätzliche Bedarf hierzulande auf rund 250 Milliarden Euro veranschlagt. Entsprechend müssten sich auch die Banken Gedanken über Finanzierungskonzepte für den Mittelstand machen, sagt Rüßmann laut FAZ.

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Doris Droste
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