Ifo Institut: Lohnlücke zwischen Ost und West schließt sich vermutlich erst 2070

Die Löhne ostdeutscher Beschäftigter werden sich in den kommenden Jahrzehnten nicht an das Niveau in Westdeutschland angleichen. Vermutlich werde eine Angleichung auch erst in etwa 54 Jahren erreicht. Zu dieser Einschätzung kommt die Dresdener Niederlassung des ifo Instituts und macht dafür hauptsächlich die Unterschiede in den Betriebsgrößen zwischen den ost- und westdeutschen Bundesländern verantwortlich wie auch eine schwächere Produktivität im Osten.

Der Abstand zwischen den ostdeutschen und westdeutschen Bruttolöhnen liegt seit dem Jahr 2000 bei durchschnittlich 5,30 Euro in der Stunde, erklärten die ifo-Forscher in einer Pressemitteilung des Instituts. Damit werde derzeit jährlich lediglich eine Verringerung des Lohngefälles um 1,7 Prozent erreicht. „Bei diesem Tempo würde es noch fast bis zum Jahr 2070 dauern, ehe der Lohnabstand auf unter 10 Prozent sinkt“, kommentieren Jan Kluge und Michael Weber von der Dresdener ifo-Niederlassung die Ergebnisse.

Zurückzuführen seien die Unterschiede den ifo-Forschern zufolge auf mehrere Faktoren. So sind die Betriebsgrößen in Ostdeutschland kleiner als diese im Westen, was „zu rund elf Prozent“ für das unterschiedliche Lohngefälle verantwortlich sei. Auch ein generell niedrigeres Preisniveau in der Region, eine geringere Produktivität in den Betrieben sowie eine wenig ausgeprägte Tarifbindung in den ostdeutschen Bundesländern spielen eine Rolle. Zugleich seien „die Struktur der Wirtschaftssektoren und die Siedlungsstruktur im Osten ungünstiger“, heißt es weiter. Positiv bewerten die Forscher zwar die höhere Erwerbsquote von Frauen in Ostdeutschland, allerdings wirke sich diese ebenfalls „negativ auf den Durchschnittslohn aus“. Wie die Forscher weiter mitteilen, seien „rund die Hälfte der Unterschiede auf Faktoren zurückzuführen, die in der Studie nicht hinreichend berücksichtigt werden konnten, wie die Erwerbsbiographie, das Betriebsalter und die Management-Strukturen sowie unterschiedliche Entlohnungsschemata“.

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Doris Droste
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