IAB-Zuwanderungsmonitor: Arbeitslosenquote von Ausländern erhöhte sich im Juni leicht

Gegenüber dem Vormonat ist die Arbeitslosenquote von Ausländern in Deutschland im Juni dieses Jahres leicht um 0,2 Prozentpunkte auf 14,7 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fiel jedoch die Beschäftigungsquote ausländischer Mitbürger um 1,5 Prozentpunkte auf 46 Prozent, was dem anhaltenden Zustrom an Flüchtlingen geschuldet war. Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) in seiner aktuellen Ausgabe des „Zuwanderungsmonitors“.

Den größten Zuwachs bei der Beschäftigung der ausländischen Bevölkerung verzeichnete das IAB bei Personen aus einem der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Diese legte im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent zu, womit 219.000 Zuzügler in ein Beschäftigungsverhältnis gebracht werden konnten. „Damit erhöhte sich ihre Beschäftigungsquote um 2,0 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent“, erklärt das Institut. Gleichzeitig stieg die Zahl der ein Arbeitsverhältnis beginnenden Zuwanderer aus einem Kriegs- oder Krisenland gegenüber Juni 2015 um 32 Prozent oder 34.000 Personen. Wie das IAB mitteilt, ging die Beschäftigungsquote dieser Gruppe jedoch zurück, da „viele Flüchtlinge noch keinen Arbeitsmarktzugang haben und auch mit einer langsameren Arbeitsmarktintegration im Vergleich zu anderen Migrantengruppen zu rechnen ist“.

Den Anstieg der Arbeitslosenquote im Juni dieses Jahres auf 14,7 Prozent begründen die Forscher mit der Flüchtlingsmigration: „Wenn im Jahresverlauf mehr Flüchtlinge einen anerkannten Schutzstatus erhalten und damit auch als Arbeitslose registriert werden können, dürfte sich diese Entwicklung fortsetzen“, heißt es im „Zuwanderungsmonitor“. Ähnliches gilt auch für die absolute Zahl der arbeitslosen Ausländer, die sich im August 2016 um 12,8 Prozent erhöhte. Im Vergleich zum Vormonat waren damit insgesamt 73.000 Migranten ohne Arbeit. So kommt das Institut zu dem Fazit, dass sich die Flüchtlingsmigration „erst langsam auf dem Arbeitsmarkt“ in Deutschland zeige. Allerdings werden sich die Zuzügler nach Ansicht des IAB „aufgrund rechtlicher und institutioneller Hürden, aber auch fehlender Sprachkenntnisse und geringer Anteile von Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung“ nur allmählich integrieren. „Wie schnell das geschieht, wird wesentlich durch die Länge der Asylverfahren, die Sprachförderung, Investitionen in Bildung und Ausbildung, die Arbeitsvermittlung und die Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft bestimmt werden“, schreiben die IAB-Forscher weiter.

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Doris Droste
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