IAB und ifo: Unterschiedliche Prognosen für den deutschen Arbeitsmarkt

Die Arbeitsmarktforscher des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) erwarten im kommenden Jahr einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen (BAP berichtete). Grund sei der anhaltende Flüchtlingsstrom nach Deutschland. Für September bleibe der Arbeitsmarkt aber weiterhin „stabil“, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Das ifo-Institut prognostiziert hingegen, dass die deutsche Wirtschaft von der starken Zuwanderung profitieren werde. Unternehmen wollen so viel neues Personal einstellen wie seit 2012 nicht mehr, schreibt dazu das „Handelsblatt“ und bezieht sich auf die im ifo-Beschäftigungsbarometer für September veröffentlichten Berechnungen.

Nach Angaben des IAB dürfte die Arbeitslosigkeit in den kommenden drei Monaten nicht zunehmen. „Der Arbeitsmarkt ist weiter gut in Form“, erklärte der Leiter des IAB-Forschungsbereichs  „Prognosen und Strukturanalysen" Enzo Weber. Der Frühindikator verringerte sich aber leicht um 0,4 Punkte auf einen Wert von 100,6, was den „wirtschaftlichen Turbulenzen in China“ geschuldet ist, erklären die Forscher weiter. Derweil suchen dem ifo-Institut zufolge deutsche Unternehmen weiter verstärkt nach Personal. Dies geht aus einer Umfrage unter 9.500 Unternehmen hervor. Demnach stieg das ifo-Beschäftigungsbarometer auf 108,6 Punkte. „Die Anzahl der Beschäftigten wird sich daher weiter erhöhen. Wichtigster Treiber der Entwicklung bleibt der Dienstleistungssektor“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Münchener Instituts. Auch der Einzelhandel und das Bauhauptgewerbe wollen neues Personal einstellen. Eher schwach ausgeprägt sind hingegen Großhandel und Industrie.

Das IAB rechnet allerdings für das kommende Jahr damit, dass die Erwerbslosenzahlen steigen werden. Damit schlage sich der Flüchtlingszustrom auch auf die Arbeitslosigkeit nieder. „Die Arbeitslosigkeit wird zwar vorübergehend ansteigen, entscheidend ist aber, dass die Zeit intensiv für Förderung und Vermittlung genutzt wird“, so Weber weiter. Führende Wirtschaftsinstitute hätten sich jedoch zuvor „optimistischer geäußert“, heißt es dazu im „Handelsblatt“. Morgen wird die Bundesagentur für Arbeit die Zahlen zur aktuellen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt vorstellen.

Wichtiger Hinweis:
Die Weitergabe der persönlichen LogIn-Daten an Dritte ist untersagt. Bei Zuwiderhandlung behält sich der BAP entsprechende rechtliche Schritte vor.

Artikel teilen:

zurück

Pressekontakt

Photo of Doris  Droste

Doris Droste
Leiterin der Abteilung Presse, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 206098 -30
Fax +49 30 206098 -39